Zuger Kirchen treffen Glencore

Vertreter der Zuger Kirchen und des Rohstoffunternehmens Glencore haben sich zum fünften Mal zum Gespräch getroffen. Dabei ging es mehr um Verständnis als um Veränderungen.

Glencore ist eines der grössten Rohstoffunternehmen der Welt. Der Haupsitz befindet sich in Baar. (Bild: Keystone) (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Bei einem Austausch zu ethischen Fragen der Unternehmensführung haben sich vier Verantwortliche von Glencore und sechs Vertreter der Zuger Kirchen getroffen. Mit dabei waren die katholische und die reformierte Kirche und der Christliche Treffpunkt Zug.

Seit 2013 findet das Treffen jährlich statt. Man habe sich unterdessen besser kennengelernt, sagt Christoph Balmer vom Forum Wirtschaft und Kirche: «Wir können offen diskutieren.»

Auch Glencore schätze den Austausch mit den Kirchen. «Das ist uns wichtig. Bei solchen Gesprächen können wir das Verständnis für unsere Arbeitsweise verbessern», sagt die Kommunikationsverantwortliche Sarah Antenore von Glencore gegenüber ref.ch.

Komplexitäten und Anliegen

Balmer ist überzeugt, dass die Kirchen bei diesen Gesprächen nicht zu PR-Zwecken instrumentalisiert werden. «Bei den Gesprächen entwickeln wir ein Verständnis für die Komplexität ihres Unternehmens, und sie eines für unsere Anliegen.»

Die Gemeinsamkeiten zwischen Kirchen und Glencore sieht Balmer in der lokalen Verantwortung. So wie sich die Kirchen mit sozialen Projekten engagierten, sei Glencore bemüht, dass seine hiesigen Mitarbeiter in der Region Zug verwurzelt seien.

Lokale Gemeinschaft, globale Probleme

Unmittelbare Veränderungen könne man mit den Gesprächen nicht bewirken. «Wir können als lokale Kirche nicht Probleme im Kongo beurteilen. Das überlassen wir den Hilfswerken», sagt Balmer. In den Gesprächen ginge es darum, den Dialog zu pflegen.

Dennoch standen im Zentrum der Diskussion auch aktuelle politische Vorgänge, wie es in der gemeinsamen Mitteilung vom 8. Mai heisst. So habe man etwa über Sanktionen gesprochen, welche die USA gegen russische Oligarchen und Firmen verhängt haben.

Ein weiteres Thema der Gespräche war die Konzernverantwortungsinitiative. Bei Sinn und Zweck der Initiative hat laut Mitteilung Einigkeit bestanden. Bei der Wirksamkeit und den Folgen hingegen habe es Meinungsverschiedenheiten gegeben. Diverse kirchliche Vertreter und Hilfswerke engagieren sich für die Initiative.

Das Treffen zwischen Kirchen und Glencore fand zum fünften Mal seit 2013 statt. 2019 ist ein weiteres Gespräch geplant. (pd)