Zürcher Stadtrat kritisiert Situation im Bundesasylzentrum

Der Zürcher Sozialvorsteher Raphael Golta ist unzufrieden mit den Zuständen im Bundesasylzentrum auf dem Duttweiler-Areal. Er hat deshalb persönlich beim Staatssekretariat für Migration interveniert.


«Der aktuelle Zustand muss so schnell wie möglich verbessert werden», sagte Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) im Zürcher Stadtparlament. Denn der Betrieb sei seit dem Start nicht gut gelaufen. Er könne nicht beurteilen, ob es Anfangsschwierigkeiten oder grundsätzliche Unterschiede in der Auffassung über die Führung des Zentrums seien. Am meisten Probleme gebe es mit dem Sicherheitsregime. Zudem funktioniere die Regulierung der Heizung nicht richtig, die Möblierung sei sehr knausrig.

Ähnlich argumentierte die Alternative Liste (AL) in einer Fraktionserklärung. Die AL hat nach eigenen Angaben einen Augenschein genommen im Bundesasylzentrum. Die Geflüchteten werden laut AL «wie Diebe behandelt und drangsaliert». Ein derartiges Bundesasylzentrum habe in Zürich keinen Platz, sagte ein AL-Sprecher im Stadtparlament. Zu einem derartigen Zentrum hätte das Zürcher Stimmvolk 2017 niemals Ja gesagt.

Staatssekretariat weist Vorwürfe zurück

Das Bundesasylzentrum in Zürich auf dem Duttweiler-Areal wurde am 1. November eröffnet. Laut einer Recherche des Magazins Das Lamm kam es zu Protesten von Bewohnern des Zentrums. Sie beschwerten sich darüber, dass Securitas mitten in der Nacht die Zimmer gestürmt hätten, um die Nachtruhe durchzusetzen. Bewohner, die Wochentags nach 20 Uhr und am Wochenende nach 22 Uhr zurück ins Zentrum zurückkehren, würde der Zugang verwehrt.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) widerspricht dieser Darstellung in der NZZ. Das Bundesasylzentrum entspreche den Anforderungen an eine menschenwürdige Unterkunft und den gängigen Standards. Dafür sei unter anderem auch das UNHCR konsultiert worden, so ein SEM-Sprecher. Bei der Infrastruktur seien allerdings tatsächlich einige Mängel festgestellt worden. Man sei nun daran, diese zu beheben. (sda/mos)