Sozialwerke Pfarrer Sieber

Zürcher Kirche baut neues Zuhause für Obdachlose

In Zürich Nord zieht das Sozialwerk Pfarrer Sieber einige Angebote zusammen. Der Neubau kostet 38 Millionen Franken, eine kommerzielle Nutzung steht nicht im Vordergrund.

Unweit der Notwohnsiedlung «Brothuuse» entsteht ein Neubau der Pfarrer Sieber Werke. (Bild: Keystone/ Steffen Schmidt)

Neben dem Kirchenzentrum Glaubten in Zürich-Affoltern erstellt die reformierte Kirchgemeinde Zürich für 38 Millionen Franken einen Neubau: Darin einziehen werden das Fachspital für Suchtkranke «Sune-Egge», das Pflegeheim «Sunegarte» und die Notwohnsiedlung «Brothuuse» des Sozialwerks Pfarrer Sieber.

Auch die Gesamtadministration des Sozialwerks Pfarrer Sieber wird im Neubau Platz finden. Dessen Angebote sind heute an verschiedenen Orten im Kanton untergebracht; nun erhalten sie einen zentralen Standort.

Das sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur «langfristigen Sicherung» und Weiterentwicklung der Arbeit zugunsten Notleidender in Zürich, wird Stiftungsratspräsident Fredy Jorns in einer Mitteilung der reformierten Kirchgemeinde vom Freitag zitiert.

Bau muss selbsttragend sein

Die Bauarbeiten sind im Oktober aufgenommen worden, am Sonntag findet der symbolische Spatenstich statt. Im Frühling 2024 dürften das Fachspital «Sune-Egge» und das Pflegeheim «Sunegarte» sowie die Übergangswohnungen bezugsbereit sein.

Das Bauvorhaben der reformierten Kirchgemeinde wird nicht über Steuergelder finanziert, es muss sich über die Mieterträge selber tragen. Neben dem Sozialwerk als Hauptmieter werden im Neubau auch sechs Gewerbeflächen vermietet.

Kirche begrüsst Projekt

Dass die Kirchgemeinde für ihr unbebautes Grundstück in Affoltern keine kommerzielle Nutzung anstrebt, die höhere Einnahmen generiert hätte, begründet sie mit ihrem Auftrag: «Die Solidarität mit Menschen, die Unterstützung brauchen, ist Kern des kirchlichen und sozialdiakonischen Grundverständnisses», heisst es in der Mitteilung.

Das gemeinsame Vorhaben mit dem Sozialwerk Pfarrer Sieber, das Menschen am Rande der Gesellschaft ein menschenwürdiges Leben ermöglicht, sei darum ein folgerichtiger und hoch willkommener Schritt, heisst es auf der Projektseite der Kirchgemeinde. (sda/ jow)