Migration

Zivile Rettungsschiffe in Italien blockiert

Nach der Rettung Hunderter Flüchtlinge haben die italienischen Behörden drei Schiffe von privaten Hilfsorganisationen festgesetzt. Die Organisationen haben gegen ein neues Gesetz verstossen.

Die «Sea-Eye 4» ist im Hafen von Salerno von den italienischen Behörden für 20 Tage festgesetzt worden, wie die gleichnamige Organisation mitteilte. Zugleich sei eine Geldbusse verhängt worden. Die spanische «Open Arms» muss für 20 Tage im toskanischen Hafen von Carrara bleiben. Auch die «Aurora» von Sea-Watch ist nach der Rettung von 72 Menschen festgesetzt worden.

Zuvor hatte die «Sea-Eye 4» 114 im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge und Migranten an Land gebracht, auf der «Open Arms» befanden sich 195 Überlebende. Die Menschen waren jeweils bei mehreren Rettungseinsätzen an Bord genommen worden.

Doch diese Praxis verstösst gegen ein Gesetz, das kürzlich in Kraft getreten ist: Es verlangt, dass Hilfsorganisationen nach der ersten Rettung den Hafen anlaufen müssen, den ihnen die Behörden zugeteilt haben. Bis dahin ist keine weitere Rettung erlaubt. Diese Häfen sind häufig weit entfernt vom Einsatzort.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres sind laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei der Überquerung 2264 Menschen ums Leben gekommen oder sie werden vermisst. (epd/ dst)