Winterthurs reformierte Antwort aufs Stadtzürcher Märlitram

Erstmals fährt in der Vorweihnachtszeit ein Adventsbus durch die Innenstadt von Winterthur, lanciert von der reformierten Fabrikkirche Winterthur. Im Gespräch erzählt Projektleiter und Sozialdiakon Christian Bergmaier, was das Gefährt mit Kirche zu tun hat und worin es sich vom Märlitram der Stadt Zürich unterscheidet.

(Bild: zVg/reformierte Fabrikkirche Winterthur)

Herr Bergmaier, ab Mittwoch, 3. Dezember fährt der Adventsbus zum ersten Mal durch die Strassen von Winterthur. Die Idee dazu stammt von der reformierten Fabrikkirche in Winterthur. Ist das nun eine Art reformierter Coca-Cola-Weihnachtstruck?

Nein. Unser Vorbild ist das Zürcher Märlitram, das seit gut 50 Jahren reich beleuchtet durch die Innenstadt von Zürich fährt.

 

Winterthur kopiert also Zürich?

Der Adventsbus ist keine Kopie des Märlitrams. Nur schon das Gefährt ist ein anderes, wir setzen ja einen nostalgischen Trolleybus ein. Weiter haben wir auch Fahrten für Jugendliche und Erwachsene im Angebot, was uns vom Märlitram unterscheidet.

 

Was erwartet mich, wenn ich in den Adventsbus einsteige?

Einerseits eine Lesung von Adventsgeschichten, die in einem von uns lancierten Schreibwettbewerb entstanden. Die prämierten Autoren lesen ihre eigenen Texte vor. Ihre Aufgabe war es, in einem Text der Frage nachzugehen, was Advent und Weihnachten in der heutigen Zeit bedeuten könnte. Weiter spielen Musiker live adventliche Musik.

 

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Wie kam eigentlich die Zusammenarbeit mit der Stadt Winterthur zustande?

Wir sind mit unserer Idee auf den Vorsteher des Departements Technische Betriebe, Stadtrat Matthias Gfeller, zugegangen, woraufhin er alles in die Wege geleitet hat.

 

Gab es da keine Berührungsängste, mit der Landeskirche solch ein öffentliches Weihnachtsangebot anzubieten? Schliesslich setzt das Märlitram in Zürich auf das Kaufhaus Jelmoli als Partner.

Das unterscheidet uns Winterthurer eben von der Stadt Zürich. Spass beiseite, die Stadt Winterthur reagierte gleich von Beginn an sehr positiv auf unsere Idee.

 

Jetzt könnte man einfach auch sagen: Der Adventsbus ist ein weiteres Angebot im weihnächtlichen Mainstream. Was genau ist kirchlich an ihrem Angebot?

Sehr viel. Der Adventsbus ist ein Ort der Besinnung, bringt die Passanten zum Staunen und durchbricht den Alltag in der hektischen Weihnachtszeit. Wer bei uns mitfährt, hört Geschichten und Musik von Menschen, die sich freiwillig für dieses Projekt engagieren.

 

Last but not least: Was kostet eine Fahrt im Adventsbus?

Nichts, zumindest in diesem Jahr. Die reformierten Kirchen tragen die Kosten des Angebots.

 

Christian Bergmaier ist Theologiestudent und Sozialdiakon in der reformierten Fabrikkirche in Winterthur.

 

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Reformierte Fabrikkirche Winterthur