Evangelische Kirche in Deutschland

Wechsel an der Spitze der EKD

Heinrich Bedford-Strohm will in einem Jahr nicht mehr für das Spitzenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kandidieren. Es sei gut, wenn jemand Neues komme, der neue Akzente setze, sagte Bedford-Strohm.

Heinrich Bedford-Strohm zieht sich nächstes Jahr von der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurück. Das kündigte der 60-Jährige in einem Interview mit dem Bayrischen Rundfunk an, das am 29. Oktober veröffentlicht wurde. Bedford-Strohm repräsentierte seit 2014 die rund 20,7 Millionen Protestanten in Deutschland.

«Es ist gut, wenn da jemand Neues rankommt, neue Akzente setzt, neue Impulse gibt», so Bedford-Strohm. Bis 2023 ist er noch Landesbischof in Bayern. Er freue sich vor allem drauf, «dass ich dann noch zwei Jahre habe, wo ich meine ganze Kraft für die bayerische Landeskirche einsetzen kann». Es gebe eine bestimmte Zeit, in der einem ein Amt übertragen ist. «Und dann ist es auch gut, wenn der Zeitpunkt kommt, es loszulassen, in andere Hände zu geben», sagte er.

Reformationsjubiläum und Reformen

Der oberste Repräsentant der EKD wird für sechs Jahre gewählt. Bedford-Strohm hatte das Amt 2014 übernommen. In seine Amtszeit fiel das 500.
Reformationsjubiläum im Jahr 2017. Inzwischen steht die evangelische Kirche angesichts sinkender Mitgliederzahlen und Steuereinnahmen vor tiefgreifenden Reformen.

Die EKD ist die Gemeinschaft der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Ihre Aufgaben liegen vor allem bei Fragen der öffentlichen Verantwortung der Kirche und bei den Aussenbeziehungen. In den vergangenen Jahrzehnten verlagerte sich der Akzent zunehmend auf den Ausbau des einheitlichen Handelns der Landeskirchen.

«Habe gewusst, dass es Kritik gibt»

Bedford-Strohm hatte sich öffentlich in den vergangenen Jahren für eine humanitäre Flüchtlingspolitik und die Seenotrettung im Mittemeer starkgemacht. In dem Interview bestritt er, dass daraus resultierende Anfeindungen seine Entscheidung gegen eine erneute Kandidatur beeinflusst haben. «Man muss wissen, worauf man sich einlässt. Ich habe das gewusst und bin darauf eingestellt, dass es auch Kritik gibt. Da habe ich schon meine inneren Ressourcen, um damit umzugehen», sagte er. (epd/mos)