Warum die EVP auf den Güggel verzichtet

Die EVP Schweiz hat sich ein neues Erscheinungsbild gegeben. Auffällig: Es fehlt der reformierte Güggel. Distanziert sich die EVP von der reformierten Kirche? ref.ch hat dazu Jean-Daniel Roth befragt. Er ist Leiter Kommunikation der Partei.

Obere Bildhälfte: das neue Logo der EVP ohne Güggel. Unten das alte mit Güggel.
Obere Bildhälfte: das neue Logo der EVP ohne Güggel. Unten das alte mit Güggel. (Bild: EVP/Bearbeitung Rita Schwitter)

Der Güggel ist zumindest in der Deutschschweiz ein Symbol für die reformierten Kirchen. Auf so mancher Kirche sitzt er stolz, und er ist auch bei ref.ch ein wichtiges optisches Element. Warum nun wirft ihn die EVP über Bord? Distanziert sich die Partei von der reformierten Kirche? Jean-Daniel Roth, Leiter Kommunikation der EVP Schweiz, verneint: «Das ist überhaupt nicht der Fall. Wir stehen zu unserer christlichen Haltung, mit oder ohne Güggel.»

Man sei aber vom Güggel abgekommen, weil seine Symbolik nicht mehr verstanden worden sei. Der Güggel stehe für Kampfbereitschaft und Wachsamkeit, «was aber stark erklärungsbedürftig geworden ist.»

Ein weiterer Grund sei, dass in der Romandie, wo die EVP verstärkt Fuss fassen möchte, der Güggel als Symbol der reformierten Kirche keine Tradition habe. «Dort steht er eher für die französische Revolution und wird auch mit dem Symbol des Sportartikelherstellers <Le coq sportiv> verwechselt», so Roth.

Schon bei seiner Einführung vor zehn Jahren sei der Güggel übrigens umstritten gewesen, weil er ein männliches Tier sei, sagt Roth. Er verschwinde nun in der EVP aber nicht vollständig, sondern werde in den Plakaten als Wasserzeichen dezent mitgeführt.

Das neue Erscheinungsbild werde etappenweise in den Kantonen eingeführt. Als Erstes wird der Kanton Baselland mit dem neuen Design ihre Parlamentswahlen 2015 bestreiten. Einer der politischen Schwerpunkte der Partei wird im kommenden Jahr das Engagement gegen die Präimplantationsdiagnostik (PID) sein