Friedensforschung
Globale Waffenlieferungen nehmen zu
Das Gesamtvolumen der zwischen Staaten gehandelten schweren Waffen hat um rund 9 Prozent zugenommen. Das teilten die Friedensforscher des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) mit. Sie verglichen dabei die globalen Waffenimporte der letzten fünf Jahre mit jenen der Jahre von 2016 bis 2020.
Erfasst werden von Sipri schwere Waffen und Rüstungsgüter wie Kampfflugzeuge, Raketen, Artillerie oder auch Antriebssysteme für Militärflugzeuge und Kampfschiffe. Kleinwaffen fallen nicht darunter.
Vor allem die Nachfrage in Europa sei sprunghaft gestiegen. Die europäischen Staaten haben demnach ihre Waffenimporte mehr als verdreifacht und sind damit die grösste Empfängerregion. Sie importierten in den vergangenen fünf Jahren einen Drittel der weltweit gehandelten Waffen. Damit seien die Importe der Region gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 bis 2020 um 210 Prozent gestiegen.
Eine grosse Rolle für den Anstieg des globalen Waffenhandels spielt gemäss dem Institut die Ukraine. 9,7 Prozent der weltweit gelieferten Waffen seien zwischen 2021 und 2025 in das von Russland angegriffene Land gegangen, hiess es.
Die Welthungerhilfe reagierte mit Besorgnis auf die neusten Zahlen. Kriege und Konflikte gehörten zu den wichtigsten Hungertreibern weltweit, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge. «Allein im Jahr 2024 lösten sie 20 Ernährungskrisen aus, von denen fast 140 Millionen Menschen betroffen waren.» Durch die aktuellen Kriege im Nahen und Mittleren Osten sei zu befürchten, dass sich diese Zahlen in der Zukunft vervielfachen. Es sollte mehr Geld für humanitäre Hilfe statt für Waffen ausgegeben werden. Frieden und Sicherheit liessen sich langfristig nur erreichen, wenn auch entschieden in die Überwindung von Hunger, Armut und Ungleichheit investiert werde. (epd/ eba)