Vertrauen in die Kirchen hat stark abgenommen

Das neuste Sorgenbarometer zeigt: Die Altersvorsorge macht Schweizerinnen und Schweizern am meisten Sorgen. Zudem hat das Vertrauen in Politik, Behörden und grosse Akteure gelitten. Das betrifft die Kirchen besonders.


Beim diesjährigen Sorgenbarometer im Auftrag der Credit Suisse gibt es keine Veränderung bei den drei wichtigsten Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer: 47 Prozent bezeichnen auch 2019 die Altersvorsorge als grösste Sorge. Das Thema Gesundheit/Krankenkasse liegt mit 41 Prozent auf Platz zwei.

Dahinter folgen mit deutlichem Abstand die Ausländer-Thematik (30 Prozent), ganz knapp vor der Sorge um Umweltschutz und Klimawandel mit neu 29 Prozent. Nachdem Umweltfragen im vergangenen Jahr unter die Top 5 der Sorgen zurückgekehrt waren, legte das Thema in diesem Jahr erwartungsgemäss mit einem Plus von sechs Prozentpunkten nochmals deutlich zu.

Unzufrieden mit der Politik, weniger Vertrauen in die Kirchen

Die Autoren der Umfrage stellen fest, dass die Unzufriedenheit der Stimmberechtigten mit der Politik zunimmt: Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) waren der Meinung, die Politik von Regierung und Verwaltung versage oft in entscheidenden Dingen. Das Vertrauen in die Akteure von Politik, Wirtschaft und Medien hat denn im letzten Jahr auch gelitten.

Besonders drastisch ist der Verlust bei den Kirchen. Sie schneiden in der Befragung am zweitschlechtesten ab, nur der EU wird noch weniger vertraut. Jedoch lässt sich nicht aufschlüsseln, ob es dabei Unterschiede zwischen verschiedenen Kirchen gibt. Danach wurde nicht gefragt, wie das Institut gfs auf Nachfrage von ref.ch mitteilte.

Persönliche Situation positiv

Die eigene wirtschaftliche Lage wurde unverändert von 92 Prozent der Befragten als «recht», «gut» oder sogar «sehr gut» bezeichnet. Das passt auch zu den Antworten auf die Frage, wie zufrieden die Befragten mit ihrem Leben sind. Auf einer Skala von 0 bis 10 gaben 88 Prozent ihrem Leben eine Note von 5 oder höher und 39 Prozent die Note 8 und mehr.

Die CS erhebt das Sorgenbarometer seit 43 Jahren. Das Institut gfs.bern befragte im Auftrag der Grossbank vom 10. Juli bis zum 5. August 2495 Stimmberechtigte aus der ganzen Schweiz. Die Fehlerquote liegt bei plus/minus zwei Prozent. (sda/mos)