Todesfall

Frühere GLP-Ständerätin Verena Diener gestorben

Die ehemalige Zürcher Regierungsrätin, Nationalrätin und Ständerätin Verena Diener ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Als Mitglied der reformierten Kirche setzte sie sich unter anderem gegen die Abschaffung der Kirchensteuern ein.

Verena Diener war eine Pionierin in der Politik, und sie setzte sich dezidiert für die Kirche ein. Die Aufnahme zeigt sie 2016 in Frauenfeld (Bild: Gian Ehrenzeller/ Keystone)

Trauer um die Zürcher Politikerin Verena Diener: Die ehemalige Regierungsrätin ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Sie war eine Umweltschützerin der ersten Stunde, wie die Grünliberale Partei ihr Gründungsmitglied in einer Mitteilung würdigt.

Pionierin in der Politik

Verena Diener hatte sich von jung auf politisch engagiert: 1982 gehörte Diener zu den ersten Mitgliedern der Grünen Partei im Bezirk Andelfingen im Kanton Zürich und wurde zu deren Präsidentin gewählt. Für die Grünen politisierte sie dann auch in Bern, sie sass von 1987 bis 1997 im Nationalrat.

1995 wurde Diener in den Zürcher Regierungsrat gewählt, dem sie bis 2007 angehörte. Die ganzen zwölf Jahre lang stand sie der Gesundheitsdirektion vor. Während ihrer Zeit in der Zürcher Exekutive kam es zum Parteiwechsel: Die Grüne Partei Zürich spaltete sich im Juli 2004. Diener gründete mit einigen Parteifreunden – darunter Martin Bäumle – die Grünliberale Partei (GLP) Zürich. Mit fast 200'000 Stimmen schaffte Diener als erste GLP-Politikerin im November 2007 die Wahl in den Ständerat.

Kirchliches Engagement hochgehalten

Als Mitglied der reformierten Kirche engagierte sich Diener für soziale Anliegen. Unter anderem setzte sie sich dafür ein, dass eine Initiative der Jungfreisinnigen zur Abschaffung der Kirchensteuer für Unternehmen im Kanton Zürich scheiterte. Im November 2013 hielt sie an der Universität Zürich eine Rede: Es war genau hundert Jahre her, seit mit Rosa Gutknecht die erste Frau zu einem Theologiestudium zugelassen worden war und fünfzig Jahre, seit der Kanton Zürich Frauen die Wahl als vollwertige Pfarrerinnen erlaubte.

Sie habe ihr ganzes Leben durch Menschen aus der Kirche wichtige Impulse erhalten, sagte Diener einst der reformierten Mitgliederzeitschrift «Reformiert.» In ihrer Kindheit sei durch Bibelgeschichten ein «Teppich aus Versöhnung und Demut, Lebensfreude und Ermutigung» gelegt worden. 

Diener sei ein grosses Vorbild gewesen, schreibt die Zürcher GLP-Nationalrätin Corina Gredig im Sozialen Netzwerk X, vormals Twitter. Dies sowohl menschlich als auch politisch. «Sie hatte eine klare Haltung, trat damit in einen Dialog und suchte den Kompromiss.» (sda/ no)