Massenproteste

Vereinte Nationen verurteilen Gewalt im Sudan

Die Vereinten Nationen haben die anhaltende Gewalt der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten im Sudan angeprangert. Seit dem Putsch sind bei Protesten gegen die Militärjunta über 70 Menschen getötet worden.

Nahezu täglich töteten oder verletzten Sicherheitskräfte im Sudan protestierende Menschen, warnte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte am Dienstag in Genf. Allein bei Protesten gegen die Militärjunta am Montag seien mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende weitere verwundet worden, erklärte die Sprecherin des Kommissariats, Ravina Shamdasani. Die sudanesische Ärztevereinigung CCSD teilte mit, dass Sicherheitskräfte auf die Männer im Alter zwischen 19 und 40 Jahren geschossen hätten.

Im Sudan kommt es seit einem Militärputsch Ende Oktober immer wieder zu Massenprotesten, die blutig niedergeschlagen werden. Seit dem Putsch sind laut der Ärztevereinigung mindestens 71 Menschen getötet und mehr als 2’200 Menschen verletzt worden.

Angriffe auf Gesundheitspersonal

Das UN-Hochkommissariat verurteilte auch die Unterdrückung der Pressefreiheit und die Festnahmen von Medienschaffenden. Zudem gebe es Berichte über Angriffe auf Gesundheitspersonal und Krankenstationen. Sicherheitskräfte seien in Krankenhäuser eingedrungen und hätten Verwundete verhaftet.

Das UN-Hochkommissariat und die UN-Unterstützungsmission Unitams bezeichneten den andauernden Einsatz von scharfer Munition als unakzeptabel und forderten gründliche, sofortige und unabhängige Ermittlungen. Die Verantwortlichen für die Gewalt müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Übergangsregierung gestürzt

Im Sudan war es bereits 2019 zu Massenprotesten gekommen. Das Militär stürzte daraufhin das Regime des langjährigen Präsidenten Omar al-Baschir und setzte eine Übergangsregierung aus Zivilisten und Militärs ein. Am 25. Oktober entmachtete die Armee auch diese Übergangsregierung. Ministerpräsident Abdullah Hamdok kehrte Ende November aufgrund einer umstrittenen Vereinbarung mit der Junta Ende November zwischenzeitlich ins Amt zurück, gab aber Anfang Januar seinen Rücktritt bekannt. (epd/no)