USA

Tennessee will erste Frau seit 200 Jahren hinrichten

Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, hat ein Gnadengesuch der zum Tod verurteilten Christa Pike abgelehnt. Am Mittwoch soll somit zum ersten Mal in mehr als 200 Jahren im US-Bundesstaat Tennessee eine Frau hingerichtet werden.

Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, gewährt der einzigen Frau im Todestrakt des US-Bundesstaats keine Gnade. Wie lokale Medien am Montag (Ortszeit) berichteten, gab Lee bekannt, dass er Christa Pikes Gnadengesuch gründlich geprüft habe und nicht eingreifen werde. Pike soll am Mittwoch getötet werden. Seit mehr als 200 Jahren hat Tennessee keine Frau hingerichtet.

Laut Urteil ermordete Christa Pike 1995 im Alter von 18 Jahren ihre ein Jahr ältere Arbeitskollegin Colleen Slemmer. Eifersucht soll ein Motiv gewesen sein. Ihr Mittäter Tadaryl Shipp war 17 Jahre alt und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Pikes Gnadengesuch hob auf ihre Kindheit ab. Sie sei misshandelt und mehrmals vergewaltigt worden. Pikes Anwaltsteam erklärte laut dem Fernsehsender WVLT, die 50-Jährige heute sei ein anderer Mensch als das 18-jährige Mädchen zur Tatzeit. Pike bereue ihre Tat.

Auch die römisch-katholischen Bischöfe von Tennessee hatte den republikanischen Gouverneur Lee um Gnade gebeten. Bei dem Urteil stellten sich «schwerwiegende Fragen zur Gerechtigkeit und angemessenen Strafe». Pikes Erfahrungen von Missbrauch und Vergewaltigung seien keine Rechtfertigung für ihre «wahrlich schreckliche Tat», bildeten jedoch einen Kontext für das Verbrechen.

Die Mutter der getöteten Colleen Slemmer, May Martinez, sprach sich für die Hinrichtung aus. Pike müsse für ihr Verbrechen zahlen, sagte Martinez in einem Fernsehinterview in Tennessee. Nun könnte noch das Oberste Gericht der USA eingreifen. (epd/ no)

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