US-Aussenminister kritisiert Verletzung der Religionsfreiheit

Das US-Aussenministerium hat eine Reihe von Ländern kritisiert, die religiöse Rechte einschränkten. Darunter befinden sich China wie auch mit den USA verbündete Staaten wie Saudi-Arabien und die Türkei.


US-Aussenminister Rex Tillerson beklagte bei der Vorstellung des Jahresberichts zur internationalen Religionsfreiheit am 15. August, dass beinahe 80 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern lebten, die die Religionsausübung begrenzten oder Gläubige anfeindeten.

Besonders scharf verurteilte Tillerson die Terrororganisation «Islamischer Staat». Der IS habe einen Genozid gegen Jesiden, Christen und schiitische Muslime verübt und sei verantwortlich für «Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Der US-Botschafter für Demokratie und Menschenrechte, Michael Kozak, äusserte sich optimistisch, dass der IS besiegt werde und religiöse Minderheiten in ihre Wohnorte zurückkehren könnten.

Kritik an China und dem Iran

In China werden laut dem US-Bericht Tausende Menschen wegen ihres Glaubens gefoltert und eingesperrt, darunter Mitglieder der Meditationsbewegung Falun Gong, tibetische Buddhisten und muslimische Uiguren. Chinesische Sicherheitskräfte drangsalierten zudem nicht registrierte religiöse Gruppen und christliche Kirchen.

Im Iran würden Christen und Anhänger der Bahai-Religion verfolgt, hiess es. Aufgrund von «unspezifischen Gesetzen gegen Glaubensabtrünnigkeit» seien dort im vergangenen Jahr 20 Menschen hingerichtet worden.

Auspeitschung in Saudi-Arabien

Die USA seien auch «besorgt über den Stand der Religionsfreiheit in Saudi-Arabien», sagte Tillerson. Das Land respektiere keine religiösen Rechte ausserhalb des Islams. Andersgläubigen drohten bei der öffentlichen Ausübung ihrer Religion Gefängnis, Auspeitschung und Geldstrafen. In der Türkei schränkten die Behörden die Menschenrechte von religiösen Minderheiten ein.

Botschafter Kozak verteidigte gleichzeitig die Entscheidung der US-Regierung, die Aufnahme von Flüchtlingen zu reduzieren. Es gebe leider «viel, viel, viel mehr Flüchtlinge», als man aufnehmen könne. Ein «bedeutender Prozentsatz» der in den USA aufgenommenen Menschen flieht den Angaben zufolge vor religiös motivierter Verfolgung. (epd)