US-amerikanische Kirche überarbeitet maskuline Sprache

Die Episkopalkirche will ihre Gebete offener gestalten. Dem Entscheid waren lange Diskussionen vorausgegangen.


Vertreter der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika haben an ihrer Generalversammlung eine sprachliche Überarbeitung ihres Gebetsbuches beschlossen. Die Sprache solle weniger maskulin und dafür offener werden, schreibt religionnews.com am 10. Juli.

Die Kirchenvertreter hätten stundenlang über Tradition und Theologie und vor allem darüber diskutiert, was es bedeute «einladend» zu sein. Die Sprache solle Kindern aller Geschlechter erlauben, sich als Ebenbild Gottes zu fühlen, habe ein Vertreter argumentiert. Der maskuline Gott sei wichtig für Kinder, die ohne Vater aufwachsen, sagte ein anderer. Kritisiert wurden ausserdem die Kosten für die Überarbeitung und den Neudruck.

Konservative Ängste und langsame Mühlen

Auch ausserhalb der Episkopalkirche sorgte das Projekt für Aufmerksamkeit. Konservative Christen befürchteten, dass eine genderneutrale Sprache das Konzept der Dreifaltigkeit untergrabe, berichtet religionnews.com.

Bis die Episkopalkirche mit dem neuen Buch betet, werden noch einige Jahre vergehen. Erst werde nun die weniger maskuline Version erarbeitet und durch mehrere Instanzen gehen. Frühestens 2024 gäbe es eine Testphase, sodass das neue Gebetsbuch voraussichtlich 2030 offiziell zur Anwendung käme.

Die Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika ist eine Mitgliedskirche der Anglikanischen Gemeinschaft. Die Generalversammlung, die alle drei Jahre stattfindet, ist die höchste Instanz der Kirche. (pd)