Migration
Acht Jahre Haft für tunesische Anti-Rassismus-Aktivistin
Die Staatsanwaltschaft von Tunis warf der 66-jährigen Saadia Mosbah die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bereicherung, Geldwäsche und fehlerhafte Buchhaltung vor. Das Gericht verurteilte sie dafür laut tunesischen Medienberichten zu acht Jahren Haft und einer Geldstrafe von 100’000 Dinar (rund 28’500 Euro). Die Strafen gegen vier weitere Angeklagte wurden zur Bewährung ausgesetzt.
Mosbah hat den Verein Mnemty (arabisch für «Mein Traum») gegründet und das erste Anti-Diskriminierungsgesetz der arabischen Welt vorangetrieben. Dieses wurde schliesslich 2018 verabschiedet.
Mosbah setzt sich für die Rechte Geflüchteter ein. Sie wurde im Mai 2024 inhaftiert. Die Behörden des nordafrikanischen Landes haben in den vergangenen Jahren den Druck auf Migranten und Geflüchtete sowie gegen Organisationen, die diese unterstützen, massiv verstärkt. (epd/ dst)