Haiti

UN verurteilt Bandengewalt

Über 500 Kriminelle sind auf der Flucht, nachdem haitianische Strassenbanden ein Gefängnis überfallen haben. Die UN fordert die Staatsführung auf, die Zivilbevölkerung zu schützen.

Der Karibikstaat Haiti kommt nicht zur Ruhe. Kriminelle Banden treiben ihr Unwesen und die Polizei ist weitgehend machtlos. Nach einem erneuten Angriff von Banden hat UN-Generalsekretär António Guterres deren Taten verurteilt. In der Kleinstadt Mirebalais in Zentral-Haiti haben Strassenbanden mehr als 500 Häftlinge aus einem Gefängnis befreit. Die ausgebrochenen Straftäter befinden sich noch auf der Flucht.

Der Generalsekretär rief die haitianischen Behörden auf, mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um «die Sicherheit wiederherzustellen und die Zivilbevölkerung zu schützen», wie ein UN-Sprecher mitteilte. Die haitianische Polizei sowie die internationale Polizeimission vor Ort müssten entsprechend ausgestattet werden.

Nach Angaben lokaler Behörden führte der Angriff auf die Stadt Mirebalais mit ihren rund 20’000 Einwohnern zu erheblichen Schäden. Die Gesamtbilanz ist noch unklar. Haiti leidet seit Jahren unter einer schweren ökonomischen und politischen Krise. Bewaffnete Banden kontrollieren weite Teile der Hauptstadt Port-Au-Prince. Vergangenes Jahr wurden in dem Karibikstaat nach Angaben der Vereinten Nationen über 5500 Menschen durch die Bandengewalt getötet. (epd/ dst)

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