Deutschland
Erste Islamisch-Theologische Fakultät eröffnet
Nach jahrelangen Vorbereitungen ist in Münster die erste Islamisch-Theologische Fakultät in Deutschland mit einem Festakt eröffnet worden. Acht Professorinnen und Professoren lehren ab dem Wintersemester 2026/27 an der Universität Münster islamische Theologie und Religionspädagogik. Der Fachbereich soll neben der evangelischen und der katholischen Fakultät Bestandteil eines geplanten «Campus der Theologien und Religionswissenschaften» mit einer der weltweit grössten Forschungsbibliotheken zum Thema Religion werden.
Die neue Fakultät, die in dieser Form auch europaweit einzigartig ist, soll nach den Worten von Gründungsdekan Mouhanad Khorchide Brücken in der Gesellschaft bauen, islamistischer Gesinnung entgegenwirken und ein «Leuchtturm für einen aufgeklärten, weltoffenen Islam» sein. Aktuell sind rund 450 Studierende für das Lehramt oder in Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben.
Die Überführung des bisherigen «Zentrums für Islamische Theologie» in einen Fachbereich sorgt für mehr Selbstständigkeit. So können das Forschungsprofil und das Lehrangebot weiterentwickelt, Prüfungsordnungen formuliert und Promotionen in «Islamischer Theologie» ermöglicht werden.
Der Fächerkanon soll um Bereiche wie «Öffentliche Theologie», «Islamische Philosophie» und «Islam in der Sozialarbeit» erweitert werden. Bislang wird an mehreren Hochschulen in Deutschland islamische Theologie oder Religionspädagogik gelehrt, eine eigenständige Fakultät existierte aber noch nicht.
An dem Festakt nahmen zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Politik, Religion und Gesellschaft aus dem In- und Ausland teil. Den Festvortrag hielt der Soziologe und Sozialphilosoph Hans Joas. (epd/ no)