Kinderhilfswerk

Unicef rechnet 2025 mit 20 Prozent weniger Geld

Kürzungen bei der Entwicklungshilfe wirken sich nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks Unicef bereits in diesem Jahr drastisch auf das eigene Budget aus – und damit negativ auf Kinder und Familien weltweit.

Das Kinderhilfswerk Unicef rechnet derzeit mit einem massiven Abbau der weltweit verfügbaren Mittel für humanitäre Hilfe und langfristige Programme für Kinder und Familien. Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell geht von einem Rückgang von 20 Prozent aus. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte sie: «Wir versuchen, jeden Dollar so gut wie möglich zu nutzen. Aber die Wahrheit ist, dass die Kinder darunter leiden werden.»

Mit den USA ist ein wichtiger Geldgeber beinahe komplett ausgefallen. Aussenminister Marco Rubio hatte Anfang Juli das offizielle Ende von Auslandshilfen durch die US-Entwicklungsbehörde USAID verkündet. Die Organisation war eine der grössten ihrer Art weltweit und organisierte zahlreiche Hilfsmassnahmen auf der ganzen Welt – von der Aids-Hilfe bis zum Wiederaufbau in Kriegsregionen. Auch die deutsche Regierung hat aus Spargründen den Entwicklungshilfe-Etat gekürzt.

Im Dezember 2024 hatte Unicef mitgeteilt, im Jahr 2025 rund 9,9 Milliarden US-Dollar (etwa 8,5 Milliarden Euro) für Nothilfe zugunsten von 109 Millionen Kindern in 146 Konflikt- und Krisenländern zu benötigen.

Russell sagte dem RND, bei geringeren Finanzmitteln könnten Kinder weniger geimpft und schlechter medizinisch versorgt werden. Viele könnten ihre Schulbildung nicht fortsetzen. «So etwas destabilisiert die Länder und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Konflikte oder Krisen geraten. Das wirkt sich schlussendlich auf uns alle aus.»

Eine im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlichte Studie kam zu dem Schluss, dass der Kahlschlag bei USAID in den kommenden fünf Jahren mehr als 14 Millionen zusätzliche Tote zur Folge haben könnte – davon rund fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren. (sda/ hz)

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