UNHCR-Flüchtlingspreis für kirgisischen Anwalt

Der Anwalt Asisbek Aschurow aus Kirgistan hat den prestigeträchtigen Nansen-Preis des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR gewonnen. Aschurow habe in seinem Heimatland unzählige staatenlose Menschen unterstützt.


Der Jurist und Menschenrechtsaktivist Asisbek Aschurow habe massgeblich zur Beendigung der Staatenlosigkeit in seinem Heimatland Kirgistan beigetragen, erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, am 2. Oktober in Genf. Kirgistan sei heute das erste Land, in dem keine Menschen mehr von Staatenlosigkeit betroffen seien.

Mehr als 10’000 Menschen hatten in Kirgistan nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 keine Staatsangehörigkeit mehr. Aschurow hatte als Zugezogener aus Usbekistan selbst um die kirgisische Staatsangehörigkeit kämpfen müssen. Er gründete mit anderen die Organisation Ferghana-Tal Anwälte ohne Grenzen und half Staatenlosen mit kostenloser Unterstützung.

«Sie konnten nicht zur Schule gehen, nicht zum Arzt, nicht heiraten, kein Haus kaufen, kein Konto eröffnen, nicht reisen und nicht wählen», sagte Aschurow in Genf. Sie hätten illegal arbeiten müssen, um zu überleben.

«Leuchtendes Beispiel eines Einzelnen»

Aschurow sei ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein Einzelner viele inspirieren und mobilisieren könne, sagte Grandi. Die grösste von Staatenlosigkeit betroffene Gruppe seien heute die Rohingya. Myanmar, wo mehr als eine Million Angehörige der muslimischen Minderheit lebten, verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft. Hunderttausende wurden 2017 gewaltsam vertrieben und harren heute in Flüchtlingslagern im Nachbarland Bangladesch aus.

Der Preis ist nach dem norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen benannt, der nach dem Ersten Weltkrieg Hochkommissar für Flüchtlingsfragen beim Uno-Vorgänger Völkerbund war. Der Preis ist mit 150’000 Dollar dotiert. Preisträger können das Geld in Absprache mit dem UNHCR in ein Projekt investieren. (sda/no)