Sudan

UN warnen vor Hungerkrise

Von den Kämpfen zwischen Armee und Milizen im Sudan ist nun auch die Kornkammer des Landes betroffen. Das könnte noch mehr Hungernde zur Folge haben, warnen die Vereinten Nationen.

Angesicht des sich ausbreitenden Krieges im Sudan schlägt das UN-Welternährungsprogramm (WFP) Alarm. Mit der Stadt Wad Madani sei ein Zufluchtsort für Hunderttausende Vertriebene von Kämpfen betroffen, sagte ein WFP-Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Stadt sei auch «eine Drehscheibe für die humanitäre Hilfe in der Region, die bisher rund eine Million Menschen erreicht hat».

Laut Medienberichten haben die paramilitärischen RSF-Milizen («Rapid Support Forces») Anfang der Woche Wad Madani angegriffen, die Hauptstadt des Bundesstaates al-Dschasira. Das Welternährungsprogramm musste daraufhin nach eigenen Angaben die Lebensmittelverteilung in Teilen der Region aussetzen.

Sollte der Konflikt vollständig auf diese Gebiete übergreifen, «hätte das langfristige Konsequenzen für die schon jetzt unsichere Nahrungsmittelversorgung im Sudan», warnte der WFP-Sprecher. Die Region sei die Kornkammer des Landes. «Noch mehr Hunger wäre die sichere Folge.»

Im Sudan war Mitte April ein Machtkampf zwischen der RSF-Miliz und der regulären Armee eskaliert. Nach UN-Angaben sind mehr als sieben Millionen Menschen vor den Kämpfen geflohen. Tausende weitere wurden getötet. Das Welternährungsprogramm schätzt die Zahl der akut Hungernden auf 18 Millionen. In dem nordostafrikanischen Land leben rund 46 Millionen Menschen. (epd/ no)