Über 270’000 Menschen bezogen 2016 Sozialhilfe

Die Quote der Sozialhilfebeziehenden in der Schweiz ist 2016 leicht angestiegen. Ein Drittel der Bezüger sind Kinder und Jugendliche.


2016 haben laut Bundesamt für Statistik (BFS) 273’273 Menschen in der Schweiz wirtschaftliche Sozialhilfe bezogen. Die Quote sei um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent angestiegen, schreibt das BFS am 19. Dezember in einer Mitteilung.

Das BFS erfasst die Zahlen zur Sozialhilfe in der Schweiz in drei separaten Teilstatistiken: wirtschaftliche Sozialhilfe, Sozialhilfe im Flüchtlingsbereich und jene im Asylbereich. 25‘544  der Flüchtlinge (85,8 Prozent) und 55‘504 Personen im Asylbereich (88,4 Prozent) haben laut BFS Sozialhilfe bezogen.

Armutsrisiko für Familien

In allen drei Kategorien sei jede dritte Person ein Kind. Dieses Ergebnis sei vor dem Hintergrund des hohen Armutsrisikos von Einelternfamilien und kinderreichen Familien zu betrachten, schreibt das BFS.

Der hohe Anteil junger Sozialhilfebeziehender im Asyl- und Flüchtlingsbereich entspreche der allgemeinen Verteilung der Altersklassen in diesen Gruppen. Bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe liege der Anteil der Beziehenden über 46 Jahren deutlich höher als in den anderen Kategorien.

Massnahmen gefordert

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) bezieht sich in einer Mitteilung vom 19. Dezember auf die Zahlen des BFS. Sie fordert familienpolitische Massnahmen, um Kinder und Jugendliche vor Armut zu schützen.

Ausserdem müssten die Voraussetzungen für die berufliche Wiedereingliederung für über 50-jährige verbessert werden. Weiter fordert die SKOS Massnahmen, um Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene stärker in den Arbeitsmarkt zu integrieren. (pd)