Berner Kirchen empfehlen ein Ja zur Asylsozialhilfe

Am 21. Mai 2017 entscheiden die Stimmbürger des Kantons Bern über den Kredit zur Asylsozialhilfe. Der Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn unterstützt die Vorlage. Dabei geht es ihm vor allem um eine angemessene Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden.

Minderjährige Asylsuchende benötigen eine besondere Betreuung.
Minderjährige Asylsuchende benötigen eine besondere Betreuung. (Bild: Wikimedia)

Das Berner Kantonsparlament, der Grosse Rat, sprach im Herbst einen Kredit über 105 Millionen Franken, um Leistungen in der Asylsozialhilfe zu finanzieren, die vom Bund nicht abgegolten werden. Diese Mittel würden zu einem grossen Teil in die Betreuung und Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) fliessen.

Der Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn stellte sich nun in einer Mitteilung hinter den Kredit zur Asylsozialhilfe. Werde der Kredit nicht bewilligt, müssten minderjährige Asylsuchende in Zentren für Erwachsene leben, wo niemand Zeit für eine altersgerechte Betreuuung habe, heisst es in der Begründung. Die Folge wären mehr Gefährdungsmeldungen und höhere Kosten, da die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb die UMA dann in Schweizer Kinderheimen unterbringen müssten.

Entlastung für die Staatskasse

Viele UMA würden in der Schweiz bleiben und die Zukunft des Landes mitgestalten. «Eine gute Unterstützung, Förderung und Ausbildung tragen dazu bei, dass sie selbständig werden, einen Beruf ausüben können und unsere Gesellschaft mittragen. Diese ‹Investition› lohnt sich und entlastet auf lange Sicht die Staatskasse», heisst es in der Mitteilung.

Da im letzten Jahr insgesamt deutlich weniger Asylsuchende in die Schweiz kamen, würden die Kosten zudem geringer als erwartet ausfallen. Der Kredit des Grossen Rats beruht auf einer Schätzung des Kantons für die Jahre 2016 bis 2019.