Fast ein Viertel der Europäer ist nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat armutsgefährdet. 23,4 Prozent beziehungsweise 117,5 Millionen EU-Einwohner waren 2016 in einer prekären sozialen Lage, wie Eurostat am 16. Oktober in Luxemburg mitteilte. Anlass ist der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober.
Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens im jeweiligen Land bezieht. Der Anteil der Armen ist seit 2013 in der EU leicht gesunken. In Deutschland lag die Armutsquote 2016 laut Eurostat bei 19,7 Prozent.
Bulgaren sind besonders armutsgefährdet
Im EU-weiten Vergleich war Bulgarien 2016 das Land mit den meisten armutsgefährdeten Einwohnern. Dort lag die Quote bei über 40 Prozent. In der Tschechischen Republik war die Quote am niedrigsten, nur etwa 13 Prozent waren von Armut bedroht.
Den größten Rückgang verzeichnete Polen: Dort sank 2016 die Quote von 30,5 auf 21,9 Prozent. Am deutlichsten verschlechtert hat sich Griechenland: Dort stiegen die Werte von 28,1 auf 35,6 Prozent.
In der Schweiz waren im Jahr 2015 laut Bundesamt für Statistik 7 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Einkommensarmut betroffen. Dies entspricht rund 570‘000 Personen. (epd/pd)