Krieg im Nahen Osten

Alle Geiseln nach 738 Tagen frei

Nach 738 Tagen in der Gewalt der Hamas sind alle überlebenden Geiseln wieder frei. Die islamistische Terrorgruppe übergab die letzten verbliebenen 20 Geiseln dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz.

Die letzten 20 Geiseln wurden von der Hamas in zwei Gruppen dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Zunächst waren sieben Geiseln freigelassen worden (ref.ch berichtete). Im Gegenzug hat Israel zugesagt, etwa 2000 palästinensische Häftlinge aus dem Gefängnis zu entlassen.

Zur Vereinbarung gehört zudem, dass die Hamas noch am Montag auch die Leichen von 28 Geiseln übergibt. Unklar ist, ob dies im Lauf der vereinbarten Frist geschehen kann.

Der Austausch gehört zu den Vereinbarungen, mit denen der Gaza-Krieg beendet werden soll, der am 7. Oktober 2023 mit einem Massaker der Hamas in Israel begann. Der Friedensplan kam unter wesentlicher Vermittlung der USA zustande.

Zeremonie am Nachmittag

Zur «Nahost-Friedenszeremonie» am Nachmittag im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich wird auch US-Präsident Donald Trump erwartet. Ob dort neue Beschlüsse gefasst werden, ist noch unklar. Zuvor war Trump von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für einen Auftritt im israelischen Parlament empfangen worden.

Zu der Zeremonie reisen zahlreiche weitere Staats- und Regierungschefs nach Ägypten. Auf Grundlage der Vereinbarungen gilt seit Freitag in dem weitgehend zerstörten Gazastreifen eine Waffenruhe.

In den nächsten Wochen und Monaten geht es nun darum, daraus einen dauerhaften Frieden zu machen. Nach all den Kriegen und Konflikten im Nahen Osten gibt es grosse Skepsis, ob das gelingt.

Netanjahu soll nach Medienberichten bei der Zeremonie in Scharm el Scheich nun doch dabei sein. Ursprünglich hatte es geheissen, er werde nicht nach Ägypten reisen. Die Hamas bleibt der Zeremonie fern.

Jubel in Tel Aviv

Derweil wurde auf dem «Platz der Geiseln» im Zentrum der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv die Übergabe der Geiseln von Tausenden Menschen verfolgt. Nach den ersten Berichten brach grosser Jubel aus. Nach der Freilassung wurden die Geiseln in ein israelisches Militärlager am Rande des Gazastreifens gebracht.

Dort sollte es – abgeschirmt von den Medien – ein erstes Wiedersehen mit Angehörigen geben. Anschliessend sollten die bisherigen Geiseln zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser geflogen werden. (sda/ dpa/ no)

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