Mit einem Trauermarsch und einer anschliessenden Gedenkfeier nahmen am 22. September über 200 Personen Abschied vom Pizol-Gletscher im Kanton St. Gallen. Mit der Aktion wollten die Organisatoren, zu denen unter anderem das evangelische Hilfswerk Brot für alle, das katholische Hilfswerk Fastenopfer sowie der Verein oeku Kirche und Umwelt gehören, auf die Bedrohungen durch den Klimawandel aufmerksam machen.
Der Pizol-Gletscher habe in den vergangenen Jahren so stark an Substanz verloren, dass er als erster Gletscher aus dem Schweizer Messnetz gestrichen worden sei, sagte der Glaziologe Matthias Huss von der ETH Zürich an der Gedenkfeier. «Die Häufung von extrem warmen Jahren hat dazu geführt, dass der Pizol-Gletscher richtiggehend zerfällt.»
Kranzniederlegung am Fuss des Gletschers
Dabei sei nicht nur der Pizolgletscher betroffen: Unzählige kleine Gletscher in den Alpen würden in den nächsten Jahrzehnten ein ähnliches Schicksal erleiden, sagte Huss gemäss einer Mitteilung von Fastenopfer. Dabei bestehe zwischen Gletscherschmelze und Klimawandel ein deutlicher Zusammenhang.

Rund 200 Menschen versammelten sich am Fuss des Pizol-Gletschers, um auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen. (Bild: Fastenopfer/Michael Schoch)