Trägerschaft für muslimische Seelsorge gegründet

Die Justizdirektion des Kantons Zürich hat zusammen mit der Vereinigung der Islamischen Organisationen eine Trägerschaft gegründet, die muslimische Seelsorge sicherstellen wird. Die reformierte und die katholische Kirche unterstützen die Trägerschaft.


Im Kanton Zürich leben rund 100‘000 Einwohnerinnen und Einwohner muslimischen Glaubens. Für sie war ein Zugang zu Notfall- und Spitalseelsorge bis anhin nicht geregelt. Diese Lücke werde nun dank einer neu gegründeten Trägerschaft geschlossen, schreibt die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich am 22. Februar in einer Mitteilung.

Zusammenarbeit mit Kirchen und Universität

Die Justizdirektion hat die Trägerschaft zusammen mit der Vereinigung der Islamischen Organisationen (VIOZ) und mit der Unterstützung der reformierten und katholischen Kirche gegründet. Die Trägerschaft habe für 2017 bis 2019 einen Leistungsauftrag erhalten. Laut Mitteilung ist es die Aufgabe der Trägerschaft, ein Angebot muslimischer Seelsorge bereitstellen.

Im Leistungsauftrag ist auch ein Weiterbildungsauftrag enthalten. Diesen habe die Trägerschaft an das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg vergeben. Die Eignung der muslimischen Seelsorgerinnen und Seelsorger werde vor dem Einsatz in einem mehrstufigen Verfahren geprüft, heisst es in der Mitteilung weiter.

Erfahrung mit Seelsorge

Die beiden Landeskirchen unterstützen das Projekt als Mitglieder einer Begleitkommission. Diese Unterstützung sei wichtig, wegen ihrer grossen Erfahrung mit Seelsorge, schreibt die Justizdirektion.

Während den ersten zwei Jahre übernimmt der Kanton mit 325‘000 Franken einen Grossteil der Kosten. Der Rest finanziert das VIOZ mit einem Betrag in der Höhe von 60’000 Franken. Zusätzlich hat die katholische Kirche einen Beitrag von 25‘000 Franken zugesichert. Die Finanzierung für 2019 werde im Moment noch geklärt. Ziel sei die Übernahme des Projekts durch die muslimische Gemeinschaft Ende 2019. (pd)