Runder Tisch bedauert Ende des Pilotprojekts mit muslimischen Seelsorgern

Das Pilotprojekt mit muslimischen Seelsorgern im Zürcher Bundesasylzentrum Juch wird nicht in einen regulären Betrieb überführt - zur Enttäuschung des Interreligiösen Runden Tisches.


In einer Mitteilung vom 16. Februar zeigt sich der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich enttäuscht darüber, dass das Pilotprojekt «Muslimische Seelsorge im Bundesasylzentrum Juch» per Ende Juni 2018 beendet wird. Man bedaure, dass das Projekt «trotz positiver Erfahrung» aus finanziellen Gründen abgebrochen werden müsse, heisst es.

Finanzierung durch die Landeskirche «keine Option»

Zwar wurde das Pilotprojekt im Testbetrieb des Bundes in Zürich noch um ein halbes Jahr bis Ende Juni 2018 verlängert. Für einen regulären Auf- respektive Ausbau in Zürich sowie in anderen Bundesasylzentren müsse jedoch erst die Finanzierungsfrage geklärt werden, teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Freitag mit.

Michel Müller, Kirchenratspräsident der Reformierten Kirche Kanton Zürich und Mitglied des Runden Tisches, bedauert den Entscheid des SEM. «Wir wussten natürlich, dass das Projekt befristet war, hätten uns aber trotzdem gewünscht, dass es noch weitergeht.» Eine Finanzierung der muslimischen Seelsorge durch die Landeskirche sei allerdings keine Option, sagt Müller weiter. «Wir haben bei diesem Projekt unser Knowhow zur Verfügung gestellt, aber finanziell muss dafür eine andere Organisation aufkommen.»

Interreligiöse Zusammenarbeit

Das seit dem 1. Juli 2016 laufende Pilotprojekt wurde vom SEM in enger Zusammenarbeit mit den reformierten und katholischen Landeskirchen und dem israelitischen Gemeindebund erarbeitet. Es sollte geprüft werden, ob der Einsatz von muslimischen Seelsorgern einen Nutzen bringt und eine flächendeckende Einführung in den Bundesasylzentren möglich wäre.

Der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich besteht seit 2004 und versteht sich als Diskussionsplattform der verschiedenen Religionsgemeinschaften. Vertreten sind Christen, Juden und Muslime wie auch Aleviten und Buddhisten. (no)