Thurgauer Reformierte mit Rechnungsüberschuss

Die Synode der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau genehmigte am 26. Juni in Frauenfeld die Rechnung und die neue Fachstelle «Musik in der Kirche». Der Aargauer Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg hielt ein Gastreferat.

Das reformierte Thurgauer Kirchenparlament tagte am 26. Juni im Bürgersaal des Frauenfelder Rathauses. (Bild: Brunhilde Bergmann)

Die Rechnung 2016 der Thurgauer Landeskirche schliesst «mit einem der besten Ergebnisse in ihrer Geschichte», wie es in einer Mitteilung von Dienstag heisst. Bei einem Ertrag von rund 6,4 Millionen Franken und Ausgaben von rund 6 Millionen Franken resultierte ein Überschuss von rund 400’000 Franken. Dies anstelle eines budgetierten Rückschlags von 20’000 Franken. Grund dafür sind vor allem höhere Steuereinnahmen. Nach längerer Diskussion über die Verwendung des Überschusses stimmte die Synode dem Antrag des Kirchenrates zu: 50’000 Franken kommen in den neu geschaffenen Fonds «Solidarität mit bedrängten Christen». Ebenfalls 50’000 Franken fliessen in die bereits bestehende Vorfinanzierung für das geplante ökumenische Jubiläum «150 Jahre Thurgauer Landeskirchen» von 2019/20. Rund 300’000 Franken werden dem Eigenkapital zugewiesen.

Weiter genehmigten die Synodalen eine «Fachstelle Musik in der Kirche». Die neue Stelle ist befristet bis Ende 2021 und dotiert mit 40 Stellenprozenten. Der Einführung des neuen Thurgauer Liederbuchs «Rückenwind» in den Kirchgemeinden steht somit nichts mehr im Weg, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Zwei freie Sonntage mehr für Pfarrpersonen

Weiter nahmen die Synodalen einstimmig die Teilrevision der Besoldungsverordnung an. Damit haben Pfarrerinnen und Pfarrer neu Anspruch auf zwölf freie Sonntage statt wie bisher zehn. Drei zusätzliche Ferientage werden zudem Pfarrpersonen zugestanden, die sich ehrenamtlich im Care Team des Kantons Thurgau engagieren.

Die Synode genehmigte ausserdem die Totalrevision der «Übereinkunft sozialdiakonischer Dienste». Diese wurde aufgrund einer Strukturbereinigung nötig: Neu sind die Diakoniekonferenz des Kirchenbundes, die Deutschschweizerische Diakonatskonferenz und die Trägerschaft der Webseite diakonie.ch unter dem Dach «Konferenz Diakonie Schweiz» vereint.

Ringen um eine verständliche Sprache

Schliesslich gab der Aargauer Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg in einem Gastreferat Anregungen zur kirchlichen Verständigung: Wenn Kirche in der Sprache des Volkes reden und Inhalte vermitteln wolle, bedeute das mehr als nur die Landessprache zu sprechen. In seinen Ausführungen lud Weber-Berg ein, mitzuformulieren. «Es geht nicht darum, die Reformation als Ereignis zu feiern. Wir feiern Reformation, indem wir um eine verständliche Sprache des Glaubens ringen», so Weber-Berg.