Der schwule Pfarrer Maik Becker (38) stand diese Woche zur Wahl für die evangelischen Kirchgemeinden Bichelsee und Dussnang, die sich jeweils einen Pfarrer teilen. Dies meldete der «Blick» online am 24. März unter Berufung auf die «Wiler Zeitung».
Während sich Bichelsee am Montag gegen Becker entschieden habe, wählte ihn am Dienstag das Nachbarsdorf Dussnang mit einer Zustimmung von 80 Prozent. «Ich bin stolz auf meine Kirchgemeinde», sagte der Dussnanger Präsident der Kirchenvorsteherschaft, Adrian Wichser, zur «Wiler Zeitung».
Die Qualitäten als Seelsorger zählten nicht
Bei der Behandlung des Wahlgeschäfts am Montag in Bichelsee seien die Qualitäten als Seelsorger kaum zur Sprache gekommen, zitiert der «Blick» die «Thurgauer Zeitung». Hauptthema sei seine offen gelebte Homosexualität gewesen. Bei der Wahl hätten 26 Personen für ihn gestimmt, 32 legten leer ein – ein «Nein» einzuwerfen habe sich niemand getraut. Aufgrund des negativen Entscheids in Bichelsee könne dem Pfarrer nun nur eine Teilzeitstelle angeboten werden.
Becker war und ist Zielscheibe anonymer Mails, die ihn wegen seiner Homosexualität und seiner Partnerschaft mit einem schwarzen Katholiken verunglimpfen. «Homophobe Rassisten» seien diese Mailschreiber, so die «Thurgauer Zeitung».