Tausende strömen zum Taizé-Treffen

Junge Christen aus aller Welt haben sich am Donnerstag zum 40. Europäischen Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé in Basel versammelt. Fünf Tage dauert der Grossanlass.


Zum Auftakt war am Donnerstagabend ein erstes gemeinsames Gebet geplant. In der durch die Reformation geprägten Stadt Basel gebe es heutzutage zahlreiche ökumenische Initiativen, sagte der aus Deutschland stammende Prior Frère Alois gemäss Redetext in der St. Jakobshalle. Sich in Basel zu versammeln, sei daher auch ein Zeichen für den Zusammenhalt der Christen.

Zwischen 15’000 und 20’000 Jugendliche aus mehr als 45 Ländern erwarten die Organisatoren insgesamt zum fünftägigen Treffen. Allein aus Polen sollten gegen 4900 Gäste anreisen. Auch die Ukraine stellt mit 2800 Jugendlichen eine der grössten Deputationen. Aus Deutschland sollen um die 1500 Personen teilnehmen.

«Brücken statt Mauern bauen»

Die jungen Menschen trafen im Verlauf des Donnerstages – unter anderem mit rund 240 Bussen – teils in Basel, teils aber auch im französischen Saint-Louis und dem deutschen Lörrach ein. Das 40. Taizé-Treffen ist somit zugleich das erste trinationale. Basel sei eine europäische Stadt, sagte Frère Alois weiter. Er wolle darauf hinweisen, dass es beim Aufbau Europas kein Zurück geben könne.

Den Gedanken der Einheit nahmen auch mehrere hohe Kirchenvertreter sowie Politiker auf, die ihre Grussworte nach Basel sandten. So schrieb etwa der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse-Tveit, das trinationale Treffen erinnere daran, «dass wir unsere Grenzen und Spaltungen überwinden und Brücken statt Mauern bauen müssen.»

Der Präsident des Europarats, Donald Tusk, schrieb von einem schwierigen Jahr, das Europa 2017 erlebt habe. Es habe aber auch «seine Einheit und seinen Daseinsgrund bekräftigt» und sei so «allmählich in die Herzen seiner Bürger zurückgekehrt». «Eine ähnliche Stärkung der Einheit wünsche ich Ihnen nun anlässlich dieses besonderen Jubiläums», so Tusk.

Schlafplätze für alle

Bis zum 1. Januar 2018 stehen für die Jugendlichen gemeinsame Gebete und Diskussionen über soziale und gesellschaftliche Themen auf dem Programm. Zum Jahreswechsel feiern sie zusammen ein «Fest der Nationen».

Die Teilnehmenden im Alter zwischen 18 und 35 Jahren sind bei Gastfamilien, Wohngemeinschaften und Einzelpersonen untergebracht. Hatten Mitte Dezember noch mehrere tausend Schlafplätze gefehlt, wurden gemäss Organisatoren bis zum Start für nahezu alle Personen Gastgebende gefunden. (sda/vbu)