Taize-Treffen: Basel überwindet Tarifzonen und Landesgrenzen

Rund 17‘000 junge Erwachsene werden Ende Dezember am europäischen Taizé-Jugendtreffen in Basel teilnehmen. Während dieser Zeit werden die Grenzen im Dreiländereck ganz im Sinne Taizés verschwimmen.

2007 feierten die Jugendlichen in Genf. Nun bereitet sich Basel auf das grosse Treffen vor. (Bild: taize.fr)

Vor zehn Jahren war es in Genf, jetzt kommt es wieder in die Schweiz: Vom 28. Dezember bis zum 1. Januar wird Basel die Gastgeberin des alljährlichen europäischen Taizé-Jugendtreffens sein. Aber diesmal ist nicht nur die Schweiz mit dabei: Jeweils ein Viertel der Teilnehmenden werden im benachbarten Elsass und in Südbaden untergebracht.

Es ist das erste Mal, dass das Treffen so international aufgestellt ist. «Das hat die Einladung aus Basel für Taizé besonders attraktiv gemacht», sagt der Taizé-Bruder Frère Richard vor den Medien. Die Einladung sei von ganz verschiedenen Kirchen aus drei Ländern ausgegangen und entspreche damit genau der Intention dieser Treffen: Durch persönliche Begegnung über Landes- und Kirchengrenzen hinweg Vertrauen und Versöhnung zu schaffen.

Ein Treffen, drei Länder, vier Zonen

Die logistischen Herausforderungen sind gewaltig. Mehr als 240 Busse aus ganz Europa werden am 28. Dezember in Basel, Saint-Louis und Lörrach eintreffen. Von dort werden die Jugendlichen in 95 Gastgemeinden in Basel und der Umgebung von Mulhouse, Zofingen, Schopfheim und Delémont verteilt. Dort treffen sie ihre Gastfamilien. Die Thementreffen zu Glauben, Kultur und Politik und das gemeinsame Abendgebet finden in Basel statt.

«Das sind 17‘000 Menschen, die jeden Tag in einem relativ kurzen Zeitfenster nach Basel kommen», sagt Pietro Buonfrate von den SBB, der den ÖV-Transport koordiniert. Dafür mussten nicht nur Sonderzüge organisiert und die S-Bahnfrequenzen verstärkt werden. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, über zehn verschiedene Transportunternehmen aus drei Ländern mit vier verschiedenen Tarifzonen unter einen Hut zu bringen. Aber es hat geklappt: Während des Treffens können alle mit ihrem Teilnehmerausweis umsonst die öffentlichen Verkehrsmittel im Dreiländereck benutzen.

Zwei Quadratmeter Schlaf und tonnenweise Brot

Der Transport ist geregelt, auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Eine Bäckerei aus dem aargauischen Laufenburg liefert insgesamt acht Tonnen Brötchen und 25 Tonnen Nahrungsmittel für warme Mahlzeiten. Die einzige Sorge, die die Organisierenden zwei Wochen vor dem Treffen noch umtreibt, sind die Schlafplätze: 10‘000 stehen bereit, 7‘000 fehlen noch. Das sei für solche Treffen «eher normal», meint Frère Richard. Es gebe auch Ausweichweichmöglichkeiten. Aber jetzt würde man «stark daran arbeiten, dass wir die nicht brauchen».

Der Aufwand für die Gastgeber hält sich in Grenzen: Die Teilnehmenden reisen mit Schlafsack und Isomatte an. «Zwei Quadratmeter auf dem Boden reichen», sagt Anneke Gerken, die als eine von zwölf jugendlichen Freiwilligen seit September im Vorbereitungsteam arbeitet. Dazu kommen viermal ein einfaches Frühstück und am Abreisetag ein Mittagessen. Auch an Zeit müssen die Gastgeber nicht viel investieren, denn die Gäste sind von acht Uhr morgens bis zehn Uhr nachts ausser Haus.

Am wichtigsten seien ein offenes Herz und das Vertrauen, Unbekannten die Tür zu öffnen, sagt Gerken. «Dann erhalten die Gastgeber oft viel mehr, als sie gegeben haben.»

Hinweis: Wer noch Schlafplätze zur Verfügung stellen möchte, wird gebeten, sich an seine lokale Kirchgemeinde zu wenden. Wenn diese nicht als Gastgemeinde am Treffen teilnimmt, kann man sich hier als Gastgeber anmelden.