Sylvia-Michel-Preis geht an chilenische Frauenrechtlerin

Der internationale Sylvia-Michel-Preis, gestiftet von der Reformierten Landeskirche Aargau, soll Frauen in kirchlichen Leitungsfunktionen fördern. Dieses Jahr geht die Auszeichnung erstmals nach Südamerika – an Cecilia Castillo Nanjari.


Die chilenische Theologin und Juristin Cecilia Castillo Nanjari engagiere sich seit mehr als 30 Jahren gegen häusliche Gewalt und für wirtschaftliche Gerechtigkeit gegenüber Frauen. Dies schreibt die Reformierte Landeskirche Aargau in einer Medienmitteilung vom 23. Oktober.

Nanjari habe unter anderem Bildungsprojekte für Bauernbewegungen und indigene Völker erarbeitet und Netzwerke zur Frauenförderung in Peru, Bolivien, Costa Rica und Chile errichtet. Zudem habe sie als Brückenbauerin zwischen Behörden in der brasilianischen Industrieregion ABC und Nichtregierungsorganisationen gewirkt. Für diese Arbeit wird die Frauenrechtlerin nun mit dem Sylvia-Michel-Preis geehrt.

Erste Präsidentin in Europa

Die Auszeichnung geht zurück auf Pfarrerin Sylvia Michel, die 1980 erste Präsidentin der Aargauer Landeskirche wurde und damit als erste Frau in Europa das Präsidium einer kirchlichen Exekutive übernahm. Entsprechend wird der Preis seit 2009 an Personen und Projekte verliehen, «die sich für die Förderung der Leitungsfunktionen von Frauen in der Kirche einsetzen», wie es in der Mitteilung heisst.

Das Preisgeld von 5000 Dollar wird von der Reformierten Landeskirche Aargau gestiftet. Vergeben wird die Auszeichnung von den amtierenden und ehemaligen Präsidentinnen und Vizepräsidentinnen der Reformierten Landeskirchen der Schweiz (PanKS) zusammen mit der Weltgemeinschaft Reformierter Kirche. (vbu)