Ausstellung in der Swiss Church

Mit dem Pinsel gegen die Armut

In der Swiss Church in London erhalten Obdachlose und Armutsbetroffene nicht nur eine warme Mahlzeit – sie können auch zu Pinsel und Zeichenstift greifen. In einer Ausstellung sind nun erstmals Werke der Kunstschaffenden gezeigt worden. Eine Auswahl der eindrücklichsten Bilder.
Die Swiss Church präsentiert Kunst von Armutsbetroffenen und Obdachlosen. (Bild: Neena Percy / Swiss Church in London)

Für John Joseph Sheehy ist Kunst etwas Heilsames. «Sie hilft mir, Belastungen und Sorgen zu überwinden und unterstützt mich bei Depressionen und in schwierigen Momenten». Sheehy gehört zu den Kunstschaffenden, die in der Londoner Swiss Church die Gelegenheit hatten, eigene Werke einer grösseren Öffentlichkeit vorzustellen.

Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie in ihrem Leben Erfahrung mit Obdachlosigkeit und Armut gemacht haben. Seit genau zehn Jahren bietet die Swiss Church diesen Menschen jeden Dienstagmorgen ein Frühstück. In einem Atelier haben sie zudem die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken und zu malen, zeichnen oder Gedichte zu schreiben.

Was dort entstanden ist, wurde nun in der Ausstellung «Portals» einem interessierten Publikum gezeigt. Es sind expressive, farbige Werke, die die ganze künstlerische Bandbreite vom Gemälde über die Fotografie bis zur Videokunst abdecken. Die Werke stammen von insgesamt rund einem Dutzend Künstlerinnen und Künstlern.

Zu ihnen gehört auch Katandpigeon. Für die Malerin ist Kunst eine besonders kraftvolle Art der Kommunikation. «Kunst kommuniziert nicht immer durch Sprache, aber sie verbindet Menschen auf eine Weise, die über Worte hinausgeht», sagt sie.

Dieses Verbindende klingt auch im Ausstellungstitel «Portals» (Tore, Durchgänge) an. Der Maler Lui Saatchi sagt, dass er Kunst mache, um sich von der Härte des Lebens abzulenken. «Die Kunst hilft mir, etwas Positives zu kanalisieren. In gewisser Weise ist sie mein Tor zu einer anderen Welt.»

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema