SVP-Politikerin Rickli will aus katholischer Kirche austreten

Die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli hat in einem offenen Brief ihren Austritt aus der katholischen Kirche angekündigt. Auslöser ist eine Kritik auf kath.ch, Rickli trage zum Abbau des Service public in den Medien bei.

Natalie Rickli. (Bild: © parlament.ch)

Die Kritik von Charles Martig an ihrer Medienpolitik habe sie erschüttert, erklärt Rickli in einem offenen Brief vom 3. September. Im auf kath.ch erschienenen Blog «Natalie Rickli auf der Anti-Service-Public-Mission» hatte der Direktor des Katholischen Medienzentrums die Zürcher Nationalrätin als «zerstörerische Kraft gegen die öffentlich-rechtlichen Medien» bezeichnet. Die Kirchen seien Teil des «Service public», da sie als ethische Impulszentren zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitrügen. Deshalb hätten Kirchenmitglieder ein grosses Interesse an der Weiterentwicklung und Stärkung des Service public. Er folgerte: «Da kann ich Frau Rickli nur zurufen: ‹Ce n’est pas très catholique, Madame!›»

Rickli will katholisch bleiben

Dieser Ausspruch scheint der schlagfertigen Politikerin in den falschen Hals geraten zu sein. «Jetzt reicht es mir», schreibt sie in einem auf ihrer Homepage publizierten «Offenen Brief an die Römisch-Katholische Kirche». Sie werde aus der römisch-katholischen Körperschaft austreten. «Eine katholische Organisation, welche unter dem Titel einer kirchlichen Mission Andersdenkende ausgrenzt und verunglimpft, entspricht nicht meinem Verständnis des Christentums», begründet sie ihren Entscheid. Sie bleibe aber katholisch und glaube weiterhin an Gott, versicherte sie.

 

Zum Blog «Natalie Rickli auf der ‹Anti-Service-Public-Mission›»

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