Afrika

Sudan: Armeechef fordert Geld-Stop

Im Sudan ist vor über einem Jahr eine der schlimmsten humanitären Krisen ausgebrochen. Die Übergangsregierung fordert nun Staaten auf, die Para-Militärs nicht mehr zu unterstützen.

Der sudanesische Armee-Chef Abdel Fattah al-Burhan hat zu einem Ende der internationalen Unterstützung für seine Kriegsgegner aufgerufen. Vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York kritisierte er, Staaten aus der Region stellten der paramilitärischen Miliz «Rapid Support Forces» Geld, Söldner und Waffen zur Verfügung. Dies habe zum Tod von Zehntausenden Sudanesinnen und Sudanesen geführt, sagte der Vorsitzende des sudanesischen Regierungsrates.

Rückzug gefordert

Al-Burhans Kritik richtet sich vor allem gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, die die RSF unterstützen. Die Armee erhält zugleich Hilfe von Ägypten und Saudi-Arabien. Er sei bereit, Frieden im Land zu schaffen, sagte al-Burhan. Doch verhandeln werde er nur, wenn sich die RSF aus den von ihnen besetzen Gebieten zurückziehe.

Wie die Zeitung «Sudan Tribune» unter Berufung auf militärische Quellen berichtete, hat die sudanesische Armee Teile der Hauptstadt Khartum nach einer massiven Offensive von den RSF zurückerobert. Eine entscheidende Brücke über den Nil sei nun wieder unter Kontrolle der sudanesischen Armee.

Gravierende Menschenrechtsverbrechen

Die Eskalation des Machtkampfes zwischen der Armee und den RSF im April 2023 hat einen blutigen Krieg und eine der schlimmsten humanitären Krisen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst. 2021 war ein Militärputsch gescheitert, es entstand eine Übergangsregierung. Al-Burhan sieht sich als legitimer Staatschef. Beiden Seiten, sowohl der Regierung wie den RSF, werden gravierende Menschenrechtsverbrechen vorgeworfen.

Der Krieg hat mehr als zehn Millionen Menschen in die Flucht getrieben, doppelt so viele haben nicht genug zu essen, weil Hilfslieferungen von beiden Kriegsparteien verhindert werden. Neben der Hauptstadt Khartum leidet besonders die westliche Region Darfur unter dem Krieg. (epd/ jow)