Synode der EKS

Stiftungsrat für neues Hilfswerk gewählt

Die Fusion der beiden reformierten Hilfswerke Heks und Brot für alle ist auf der Zielgeraden: Am Sonntag bestimmten die Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) die neuen Stiftungsräte. Damit ist der Weg frei für die Unterzeichnung des Fusionsvertrags.

Den reformierten Kirchen der Schweiz steht mit dem Zusammenschluss der beiden Hilfswerke Heks und Brot für alle ein Grossereignis bevor. Der Prozess läuft bereits seit mehreren Jahren, nun geht er in die finale Phase: Zum Auftakt der dreitägigen Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) gestern in Bern wurde der neue Stiftungsrat bestimmt. Ein zwingender Schritt, damit der Fusionsvertrag unterzeichnet und der Zusammenschluss fristgerecht bei der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht (ESA) angemeldet werden kann.

Der neue Stiftungsrat setzt sich zusammen aus sechs Mitgliedern, die bis dato zu Heks gehören, sowie fünf Mitgliedern von Brot für alle. Daniel Reuter vom Rat der EKS komplettiert das neue Gremium.

Rechtlich handelt es sich bei dem Zusammenschluss um eine sogenannte Absorptionsfusion. Das bedeutet, dass das kleinere Hilfswerk Brot für alle von Heks übernommen wird und sich die Stiftung auflöst. Die Stiftung Heks jedoch bleibt bestehen. Aus diesem Grund mussten lediglich die Mitglieder von Brot für alle von der EKS-Synode gewählt werden: Elisabeth Bürgi Bonanomi (bis 2025), Barbara Hirsbrunner (bis 2025), Nicole Bardet (bis 2023), Pierre Jacot (bis 2023) und Jeanne Pestalozzi (bis 2023), wobei letztere ihr Amt in zwei Jahren abgeben wird. Zudem wurde Christoph Sigrist als Heks-Mitglied wiedergewählt, da dessen Amtszeit 2022 abläuft.

Die weiteren Stiftungsräte vonseiten Heks sind Walter Schmid als Präsident (bis 2023), Simone Fopp Müller (bis 2023), Michèle Künzler-Kammermann (bis 2023), Jean Luc André Dupuis (bis 2023) und Fritz Schneider (bis 2023). Wenn die ESA ihre Zustimmung zur Fusion gibt, leitet sie den Entscheid ans Handelsregister weiter. Mit dem Eintrag dort wird der Zusammenschluss rechtlich verbindlich; dies wird für Mitte Oktober erwartet.

Feierliche Amtseinsetzung

Die EKS-Synode vom 13. bis 15. Juni ist die erste, seit Präsidentin Rita Famos ihr Amt angetreten hat. In ihrer Rede zu Beginn der Versammlung skizzierte Famos denn auch, wo sie die EKS verortet und für welche Werte sie ihrer Meinung nach steht: «Mich inspirieren die Episoden in unserer Geschichte, in denen zunächst kleine Bewegungen einen Unterschied bewirkten: das selbstkritische Ringen in der Reformationszeit, die Bekennende Kirche im Naziregime, die Frauen, die vor 100 Jahren begannen für Gleichstellung in der Kirche zu kämpfen. In dieser Tradition stehen wir», wird sie in einer Mitteilung zitiert.

Entsprechend brauche es nun keine machtvolle Institution, sondern Bewegung von unten. Gefragt seien «experimentierfreudige Laboratorien» und Menschen, «die frisch von der Leber das in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen, was sie überzeugt und bewegt.»

Die Feier zur Amtseinsetzung von Rita Famos, Claudia Haslebacher sowie sechs Synodalen fand gestern Sonntag im Berner Münster statt. (Bild: EKS-EERS / Nadja Rauscher)

Nach Abschluss des ersten Synodentags wurden Famos, das neue Ratsmitglied Claudia Haslebacher sowie sechs neue Synodenmitglieder während eines Gottesdienstes in ihr Amt eingesetzt. Bei der Feier im Berner Münster waren unter anderem Nationalratspräsident Andreas Aebi, Bischof Felix Gmür sowie Ioan Sauca, der Interims-Generalsekretär des Weltkirchenrates, zugegen. (vbu)