Evangelische Kirche in Deutschland
Statistik: Mehr Online-Gottesdienste, weniger Kasualien
In der evangelischen Kirche sind die Amtshandlungen – Taufen, Trauungen und Bestattungen – sowie Zahl und Besuch der Gottesdienste innerhalb von zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Das geht aus den von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichten «Äusserungen des kirchlichen Lebens im Jahr 2024» hervor.
Nach diesen Angaben fanden 2014 noch rund 178'000 Taufen statt, 2024 ging ihre Zahl auf rund 114'000 zurück. 2014 wurden rund 161'000 Kinder und 17'000 Erwachsene getauft, zehn Jahre später waren es 103'000 Kinder und 10'500 Erwachsene. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 36 Prozent. 17,4 Millionen Menschen gehörten Ende 2025 der evangelischen Kirche an.
Bei den Trauungen ist der stärkste Rückgang zu verzeichnen. 2014 gab es den Angaben zufolge noch 45'500 evangelische Trauungen, 2024 waren es rund 24'000. Die Zahl der Trauungen ging damit in diesem Zeitraum um rund 48 Prozent zurück und hat sich nahezu halbiert.
Die Anzahl kirchlicher Bestattungen sank ebenfalls, wenn auch weniger stark als bei den Taufen und Trauungen. 2014 gab es noch 270'000 kirchliche Bestattungen, 2024 waren es rund 223'000. Dies entspricht einer Abnahme von etwa 17 Prozent.
Die Erfassung der Gottesdienste wurde bis 2024 verändert, da nun auch digitale Formate berücksichtigt werden, hiess es weiter. Die Zahl der Präsenzgottesdienste ist innerhalb von zehn Jahren gesunken. Während 2014 noch rund eine Million Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen gezählt wurden, waren es 2024 insgesamt 717'000 Präsenzgottesdienste an Sonn- und Feiertagen ohne Heiligabend. Zusätzlich wurden rund 34'000 rein digitale Gottesdienste erfasst.
Der durchschnittliche sonntägliche Gottesdienstbesuch sank der Statistik zufolge von 808'000 Personen im Jahr 2014 auf 474'000 Besucherinnen und Besucher in Präsenz im Jahr 2024. Besonders deutlich ist der Rückgang am Heiligen Abend: Während 2014 noch 8,4 Millionen Menschen die Christvespern und Metten besuchten, waren es 2024 in Präsenz noch 5,7 Millionen. (epd/ dst)