Afrika

Sierra Leone verbietet Kinderehen

Bislang ist jedes dritte Mädchen in Sierra Leone vor dem 18. Geburtstag verheiratet worden. Damit soll nun Schluss sein. Die Ehefrau des Präsidenten kämpft für Geschlechtergerechtigkeit.

In Sierra Leone sind Kinderehen künftig verboten. Parallel zur Unterzeichnung des Gesetzes startete Präsident Julius Maada Bio dazu die Kampagne «#WeAreEqual», wie die sierra-leonische Zeitung «The Calabash Newspaper» berichtet.

Mit dem neuen Gesetz ist nun die Verheiratung von Minderjährigen strafbar und kann mit 15 Jahren Haft, einer Geldstrafe von umgerechnet mehreren Tausend Franken oder beidem geahndet werden. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch werden in Sierra Leone rund 30 Prozent der Mädchen und vier Prozent der Jungen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.

Die Kampagne hat zum Ziel, für mehr Geschlechtergerechtigkeit in dem westafrikanischen Land zu sorgen und die Rechte von Frauen und Kindern zu stärken. Dabei geht es auch darum, kulturelle Stereotypen zu bekämpfen, die den Zugang von Frauen zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Chancen einschränken.

Die Unterzeichnung des Gesetzes wurde laut dem britischen Sender BBC von einer grossen Zeremonie begleitet. Als Schlüsselfigur in dem Engagement für die Rechte von Frauen und Kindern gilt die Ehefrau des Präsidenten, Fatima Bio. (epd/ dst)