SG: Eine Million und eine Bar für das Reformationsjubiläum

Die reformierte St. Galler Synode lässt sich das Reformationsjubiläum etwas kosten: Sie sprach am Montag eine Million Franken. Eine weitere Million soll via Lotteriefonds und Sponsoring zusammenkommen.

Ungefähr so könnte der Piaggio aussehen, der bald in St. Gallen für das Reformationsjubiläum unterwegs ist.
Ungefähr so könnte der Piaggio aussehen, der bald in St. Gallen für das Reformationsjubiläum unterwegs ist. (Bild: Kolling at German Wikipedia)

Die St. Galler Kirche feiert das Reformationsjubiläum 2017 und 2018 – ohne 2019, dem Jahr, an dem sich Zwinglis Amtsantritt am Zürcher Grossmünster zum 500. Mal jährt. «Man muss sich einfach mal für ein Datum entscheiden», begründete Kirchenratspräsident Martin Schmidt, «auch wenn der St. Galler Reformator Vadian 1517 noch nicht viel gesagt hat.»

Für das Reformationsgedenken, das mit dem Reformationssonntag 2017 in St. Gallen beginnt, bewilligte die Synode einhellig eine Million Franken aus einem Fonds. Eine weitere Million soll dank Geldern aus dem Lotteriefonds und mittels Sponsoring zusammenkommen. Bis jetzt habe der Lotteriefonds 470’000 Franken gesprochen, so Kirchenrat Heiner Graf.

Der Piaggio ist sehr reformiert

Geplant sind verschiedene Projekte der Kantonalkirche, zum Beispiel die Aktion «Reformation im Freiraum», die Künstler, Autorinnen, Philosophen, aber auch «einfache Einwohner» einlädt, an einem öffentlichen Ort zu arbeiten und «einen Beitrag zum Reformationsjubiläum zu leisten».

Ein weiteres Projekt: Die Kantonalkirche kauft einen dreirädrigen Piaggio für 80’000 Franken, der als «ReformierBar» auf Tour geht und die Reformation ins Gespräch bringt. Das Fahrzeug sei «voll ausgerüstet für den Barbetrieb… und entspricht der reformatorischen Grundhaltung, der Suche nach dem Einfachen und der Reduktion auf das Wesentliche in der Gestaltung des Lebens», so der Antrag des Kirchenrates.

Auch Kirchgemeinden und Dritte können für Projekte Finanzierungsgesuche einreichen. Eine «umfassende Web-Plattform» soll zudem zum St. Galler Reformationsjubiläum aufgeschaltet werden, die gleich aufgebaut sein wird wie die Jubiläumswebsite des Kirchenbundes.

Budget 2016 bewilligt

Im Weiteren bewilligte die Synode das Budget 2016, das bei einem Gesamtaufwand von 21,4 Millionen Franken mit einem kleinen Defizit von 4400 Franken rechnet. Die Zentralsteuer beträgt 3,1 Prozent. Die Finanzprognose für die Jahre 2017 bis 2020 nahm die Synode zustimmend zur Kenntnis.

Eine längere Diskussion entwickelte sich rund um eine Motion, die den Kirchenrat auffordert, verbindlich zu regeln, wer die Kosten für Kasualien ausserhalb der Wohnsitzgemeinde trägt. Kirchenrat und etliche Synodalen begrüssten die Motion, für andere Synodale waren diese Kosten «nie ein Problem». Die Motion wurde schliesslich deutlich überwiesen.

Am Schluss sang die Synode das Lied «Mache dich auf und werde Licht». Sie machte das wunderbar: