«Sea Eye 4» mit 800 Schutzsuchenden an Bord unterwegs
Bereits vor zwei Tagen, anfang November 2021, hatten die Crews der «Sea Eye 4» und der «Rise Above» Hunderte von Flüchtlingen im Mittelmeer gerettet (ref.ch berichtete). In einer weiteren Aktion in der Nacht auf Donnerstag hat die «Sea Eye 4» 400 weitere Schutzsuchende an Bord genommen. Damit befinden sich nun mehr als 800 Menschen auf dem Schiff, wie die gleichnamige Betreiberorganisation mitteilte.
Der «Sea Eye 4» müsse schnell ein Hafen zugewiesen werden. Für die Crew komme es zu einer «noch nie dagewesenen Belastungssituation». Ausgelegt sei das Schiff für 200 Personen, sagte der Vorsitzende der Organisation, Gorden Isler, dem Evangelischen Pressedienst (epd). «Im Notfall geht mehr, aber nicht auf Dauer.»
Eine Person musste nach Angaben von Sea Eye nach der Rettung reanimiert werden. Die maltesische Rettungsleitstelle habe auf die bereits am Mittwochvormittag gesendeten Notrufe nicht reagiert, kritisierte die Organisation. Daraufhin seien die «Sea Eye 4» und das von Mission Lifeline aus Dresden betriebene Rettungsschiff «Rise Above» zu dem überfüllte Holzboot aufgebrochen.
Die «Sea Eye 4» nehme nun Kurs auf die italienische Insel Lampedusa, die nur wenige Stunden vom Rettungsort entfernt sei, erklärte die Organisation. Die italienischen Behörden seien gebeten worden, dem Schiff einen Hafen zuzuweisen. Dabei habe die Organisation auch das Auswärtige Amt um Unterstützung gebeten. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hiess es auf Anfrage des epd, man stehe in Kontakt mit der «Sea Eye 4» und habe die Lage auf dem Mittelmeer im Blick.
Neben den beiden Rettungsschiffen ist noch die von SOS Méditerranée unterhaltene «Ocean Viking» auf dem Mittelmeer im Einsatz. Nach einer Rettung am Mittwochabend befinden sich nach eigenen Angaben 245 Überlebende an Bord, darunter mehrere Kinder. (epd/no)