Schweizerische Evangelische Allianz findet Burkaverbot «akzeptabel»

Nur zwei Tage nachdem das Komitee der Burkaverbotsinitiative die nötigen Unterschriften beisammen hatte, wartet die Schweizerische Evangelische Allianz mit einem zweiseitigen «Orientierungspapier» zur Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» auf. Als eine der ersten Organisationen überhaupt empfielt die Allianz die Ja-Parole.


Der Vorstand der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) hat am 15. September eine Empfehlung für die Volksinitiative «Ja zu einem Verhüllungsverbot» publiziert. In dem Orientierungspapier vertritt der Vorstand die Meinung, dass ein Verhüllungsverbot vertretbar sei, weil das Verhüllen des Gesichts «kulturell verankerte Grundwerte in diesem Land» verletze. Zudem seien auch Sicherheitsaspekte betroffen.

«Islamistisches Kampfinstrument»

In ihrem Argumentarium weist die SEA unter anderem auf den diskriminierenden Charakter der Vollverschleierung hin. Dieser stehe in Konflikt mit der Gleichstellung der Geschlechter in der Schweiz. Als «Kampfinstrument im Dienst der islamistischen Ideologie» stehe die Vollverschleierung zudem im Widerspruch zu demokratischen Werten und Menschenrechten. Ebenso widerspreche sie der Kultur hierzulande, sein Gesicht «transparent zu zeigen», um seine Persönlichkeit und Emotionen offenzulegen.

Volksabstimmung voraussichtlich 2019

In ihrer Stellungnahme unterstreicht die SEA, sie wolle mit ihrer Empfehlung «keine Bevölkerungsgruppe diskriminieren oder stigmatisieren.» Die Debatte über das Thema müsse mit «grösstem Respekt gegenüber jeder Person und ihrer Religionsfreiheit» geführt werden.

Das «Egerkinger Komitee» um SVP-Nationalrat Walter Wobmann hat am Mittwoch die erforderlichen 100’000 Unterschriften für die Volksabstimmung über ein Verhüllungsverbot erreicht. Diese wird voraussichtlich 2019 stattfinden. (no)