Schweizer Banken sollen Nahrungsmittelspekulation aufgeben

Mit einer Online-Aktion fordern Brot für alle, Fastenopfer und Alliance Sud Schweizer Banken auf, mit Spekulationen auf Nahrungsmitteln aufzuhören.


Die Spekulationen hätten starke Preisschwankungen an der Börse zur Folge, was auch zu höheren Preisen in den Läden führen könne, schreiben die Hilfswerke am 17. September in einer Mitteilung. Besonders gravierend seien die Folgen für ärmere Menschen im Süden.

Gemäss Recherchen der Hilfswerke seien zehn Schweizer Banken mit einem Gesamtbetrag von 3,6 Milliarden Franken an Spekulationen auf Nahrungsmittel beteiligt. Die Hilfswerke vermuten gemäss Mitteilung, dass die Summe noch höher ist.

In ihrer Online-Aktion auf www.stopp-spekulation.ch fordern sie Schweizer Banken auf, sich aus spekulativen Geschäften mit Lebensmitteln zurückzuziehen. Allen voran nennen die Hilfswerke dabei die Credit Suisse, die mit 2,4 Milliarden Franken einer der grössten Anbieter solcher Finanzprodukte sei.

Die Credit Suisse sagte gegenüber der Presseagentur «sda», dass sie keinen Eigenhandel mit Agrarrohstoffen betreibe. Die Transaktionen führe sie im Auftrag von Kunden aus. Die Anlageprodukte, die einzig in Nahrungsmittel investierten, würden mit dem Ende ihrer Laufzeit nicht mehr verlängert und damit vom Markt entfernt. Es würden auch keine neuen solche Produkte aufgelegt. Diesen Ausstieg hat die Bank laut ihrem Sprecher Marc Dosch bereits im April angekündigt.

Die Werke sprechen in ihrer Studie jedoch viel allgemeiner von «Investmentfonds, bei denen mindestens ein Teil des Kapitals in Agrarrohstoffen angelegt ist», und schliessen sogenannte Mischfonds mit ein. Sie fordern entsprechend einen Stopp jeglicher Finanzanlagen auf Agrarrohstoffe.