Schweiz zahlt Opfern des Syrienkrieges 61 Millionen Franken

An der internationalen Geberkonferenz für Syrien sind insgesamt knapp acht Milliarden US-Dollar zusammengekommen. Neben der finanziellen Hilfe wolle sich die Schweiz auch für eine politische Lösung des Konflikts einsetzen, teilte das Aussendepartement EDA mit.


Die Schweiz will wegen des Syrien-Konflikts im laufenden Jahr der syrischen Bevölkerung und der notleitenden Bevölkerung in den Nachbarländern 61 Millionen Franken bereitstellen. Diese Ankündigung machte die Schweiz in Anwesenheit von Aussenminister Ignazio Cassis am 30. Juni an der vierten Syrienkonferenz der EU und der Vereinten Nationen (UNO).

Der Krieg in Syrien habe im letzten Jahrzehnt zu einer der grössten humanitären Krisen der Gegenwart geführt, schreibt das Aussendepartement EDA in einer Mitteilung. Wegen der anhaltenden Kampfhandlungen und Verletzungen des humanitären Völkerrechts sei es schwierig, «dringend benötigte» humanitäre Hilfe umzusetzen.

Schweiz will sich um Frieden bemühen

Der Syrien-Konflikt tangiere zudem als geopolitischer und humanitärer Brennpunkt in der erweiterten Nachbarschaft Europas direkt die aussen- und sicherheitspolitischen Interessen der Schweiz. Sie setze sich daher nicht nur humanitär ein, sondern bemühe sich auch intensiv um die Friedensförderung und eine politische Lösung des Konflikts.

Der Krieg in Syrien sei zudem ein wichtiges Dossier des UNO-Sicherheitsrats im Bereich Frieden und Sicherheit und damit auch für die Schweizer Kandidatur für den UNO-Sicherheitsrat 2023/2024 bedeutend.

7, 7 Milliarden Dollar insgesamt

Insgesamt sprach die internationale Gemeinschaft gemäss Mitteilung 7,7 Milliarden US-Dollar. Bei der von der EU-Kommission und den Vereinten Nationen organisierten Konferenz berieten Vertreter von mehr als 80 Staaten und Organisationen über neue Hilfen für die Leidtragenden des Bürgerkriegs in Syrien.

In dem seit mehr als neun Jahren andauernden Konflikt gab es nach Schätzungen bereits rund eine halbe Million Tote. Alle Versuche, einen politischen Übergang auf den Weg zu bringen, scheiterten bisher. Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad beherrscht mittlerweile wieder rund zwei Drittel des Landes, darunter die wichtigsten Städte.

Seit dem Beginn einer von den Schutzmächten Russland und Türkei vereinbarten Waffenruhe für das letzte grosse Rebellengebiet Idlib im Nordwesten des Landes hat sich die Lage dort beruhigt. Dennoch warnen Beobachter, die Gewalt dort könne jederzeit wieder eskalieren. (sda/no)