Schweizerinnen und Schweizer leben auf Kosten künftiger Generationen und anderer Erdteile. Dies belegen die neuesten Berechnungen des Global Footprint Network zum ökologischen Fussabdruck und zur Biokapazität von insgesamt 191 Ländern. Demnach konsumiert die Schweiz 2,9-mal mehr Umweltleistungen und –ressourcen als global pro Person verfügbar sind.
Drei Erden konsumiert
Der ökologische Fussabdruck misst den Verbrauch natürlicher Ressourcen und drückt in globalen Hektaren (gha) die Fläche aus, die für die Produktion dieser Ressourcen notwendig wäre. Demnach wäre die Erde beinahe dreimal erforderlich, wenn alle wie die Schweizer Bevölkerung leben würden, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik vom 22. Mai.
Auch sonst gibt es weltweit erhebliche Unterschiede im Ressourcenverbrauch. So verbrauchen die meisten Industrieländer mehr als zweimal die Erde, während die Länder des indischen Subkontinents, Südostasiens und Afrikas weniger als einmal die Erde verbrauchen. Spitzenreiter beim Ressourcenverbrauch sind Katar, Luxemburg, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Mongolei, Bahrain, die Vereinigten Staaten, Kanada, Kuwait, Dänemark, Estland, Australien, Neuseeland und Bermuda. Diese Länder haben gemäss Studie fast viermal mehr Ressourcen verbraucht als verfügbar sind.
Weltweites Ungleichgewicht
Weiter zeigen die jetzt vorgestellten Zahlen, dass der weltweite ökologische Fussabdruck pro Person die verfügbare Bio-Kapazität um 1,2 globale Hektare übersteigt.
Das Global Footprint Network ist ein Think Tank mit Sitz in Kalifornien. Seine Studie zum ökologischen Fussabdruck wird jährlich aktualisiert und mit nationalen Datensätzen abgeglichen. (no)