USA

Mehrere Tote bei Angriff auf Moschee in San Diego

Ein 17-Jähriger und ein 18-Jähriger haben ein islamisches Zentrum im kalifornischen San Diego angegriffen. Drei Menschen und die beiden Angreifer starben.

Erneut ist in den Vereinigten Staaten eine religiöse Einrichtung Ziel eines Gewaltverbrechens geworden. Die Polizei von San Diego hatte mit einem Grosseinsatz auf Berichte über einen Schützen an einem islamischen Zentrum reagiert. Auf Hubschrauberaufnahmen war zu sehen, wie schwer bewaffnete Beamte Kinder aus dem Gebäude begleiteten. Ein Zeuge sagte dem Sender CBS News, er habe etwa 30 Schüsse gehört und daraufhin die Polizei verständigt.

Die Polizei fand vor Ort nach eigenen Angaben drei getötete Männer vor, einer von ihnen sei ein Wachmann der Einrichtung gewesen. Bei den beiden anderen handelt es sich laut Medienberichten um Mitarbeiter. Nähere Angaben zu ihrer Identität machte die Polizei aus Rücksicht gegenüber den Angehörigen nicht.

Noch sei nicht genau geklärt, was vor der Moschee passiert sei, sagte der örtliche Polizeichef. Die Beamten hätten umgehend das Gebäude zu durchsucht. Ungefähr zur gleichen Zeit sei ein weiterer Notruf eingegangen, demzufolge wenige Strassen entfernt auf einen Gärtner geschossen worden sei. Die genauen Umstände seien noch unklar.

Wiederum wenige Minuten später ging erneut ein Notruf ein: Das Auto mit den beiden toten Tatverdächtigen stand wenige Blocks entfernt mitten auf der Strasse. Die Polizei geht davon aus, dass sich die Teenager selbst getötet haben.

Mutter meldete sich bei Polizei

US-Präsident Donald Trump reagierte bestürzt auf den Vorfall. Es sei eine «entsetzliche Situation», sagte er in Washington. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit: «Hass hat in Kalifornien keinen Platz, und wir werden keine Terrorakte oder Einschüchterungsversuche gegen Glaubensgemeinschaften dulden.»

San Diegos Polizeichef teilte mit, die Mutter eines Tatverdächtigen habe rund zwei Stunden vor dem Angriff bei der Polizei angerufen: Ihr Sohn sei verschwunden, genauso wie mehrere ihrer Waffen und ihr Auto. Er sei mit einem Freund unterwegs und trage Tarnkleidung. Die Mutter nahm an, ihr Sohn wolle sich das Leben nehmen.

Mitteilung eines Tatverdächtigen gefunden

Die Ermittler machten keine Angaben zu einem möglichen Motiv. Bei einem der Tatverdächtigen sei eine Mitteilung gefunden worden. Da der Angriff auf eine religiöse Einrichtung verübt wurde, betrachtet die Polizei die Attacke als Hassverbrechen.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an einen Angriff auf eine Synagoge Mitte März (ref.ch berichtete). Damals fuhr ein Mann mit einem Fahrzeug in die Synagoge in der Stadt West Bloomfield in Michigan, in dieser Einrichtung befanden sich zahlreiche Kleinkinder. Das Sicherheitspersonal habe danach das Feuer eröffnet. Der Angreifer starb in seinem brennenden Auto. Später wurde bekannt, dass er von der Hisbollah inspiriert worden war. (dpa/ sda/ dst)

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