Zürcher Reformierte wollen Zwingli auf die Leinwand bringen

Für das Reformationsjubiläum plant die Reformierte Kirche des Kantons Zürich, Huldrych Zwingli auf die Leinwand zu bringen. Doch für das grosse Kino mit Zwingli in der Hauptrolle fehlt das Geld. Die Verantwortlichen beschreiten deshalb neue Wege.

Zwingli soll es auf die Leinwand schaffen. Illustration: Daniel Lienhard/Flyer Reformierte Kirche Kanton Zürich

Das Eigentliche steht auf der letzten Seite des Flyers, mit dem sich die evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich an die Öffentlichkeit wendet: «Wir können keine Filme machen. Wir haben leider auch keine Millionen. Möchten Sie trotzdem mit uns darüber nachdenken, wie es zur Produktion eines solchen Filmes kommen könnte?»

Und die Verantwortlichen liefern auch gleich die Stichworte mit, warum das Leben Zwinglis um einiges «kinogener» auf die Leinwand zu bringen sei, als das Leben Luthers:

  • Grossartige Kulissen in seiner Heimat Toggenburg und an Wirkungsorten (Einsiedeln, Zürich)
  • Leidenschaft zu mehreren Frauen als junger Priester, später Heirat
  • Als Seelsorger Begleitung von verschacherten Kindersoldaten, später Geisseln dieser Praxis
  • Auslösen der Reformation durch Predigt und politisches Agieren
  • Pest-Zeit, Todesnähe, spirituelle und existentiell-innerseelische Grenzerfahrungen
  • Entfremdung von jüngeren radikalen Weggefährten bis zu deren Exekution
  • Gewaltsamer Tod Zwinglis, Vierteilung, Zerstreuen seiner Asche

Das Informationsblatt liest sich wie ein Kopfkino-Anstoss für Drehbuchautoren und Produzenten. Mit «Die Tochter des Coiffeurs» wird gar ein Mini-Skript für eine mögliche Umsetzung mitgeliefert.

«Bei Zwingli ist alles da, was grosses Kino ausmacht und Menschen heute angeht: Religion und Macht, Lust und Liebe, Gewalt und starke Überzeugungen», davon sind die Verantwortlichen überzeugt.

Zum Flyer «Grosses Kino für Zürichs Zwingli»


Wer Zwingli ins Kino bringen mag, mit welchen Möglichkeiten auch immer, wendet sich an den Reformationsjubiläums-Beauftragten Martin Breitenfeldt oder an den Kulturbeauftragten Philippe Dätwyler.