Reformierte ZH: 30 Millionen für Ergänzungspfarrstellen

Die reformierte Zürcher Synode tagte am 30. Juni im Rathaus. Sie hiess den Jahresbericht 2014 gut und bewilligte 29,9 Millionen Franken für Ergänzungspfarrstellen.

Die erste Seite des Jahresberichts 2014 der Zürcher Landeskirche.
Die erste Seite des Jahresberichts 2014 der Zürcher Landeskirche. (Bild: ref.ch)

Der Jahresbericht 2014 der Landeskirche wurde mehrheitlich sehr gelobt. Der Synodale Thomas Grossenbacher empfahl aber, andere Bilder zu zeigen als die bekannten Sujets wie Kirchen von innen und aussen. Man solle auch weitere Dienstleistungen der Kirche abbilden wie die Seelsorge in einem Gefängnis oder auf einer Intensivpflegestation.

Der Synodale Lukas Maurer kritisierte dann den Predigtwettbewerb des Kirchenbunds harsch. Dieser hat einen prominenten Platz im Jahresbericht. Maurer fand den Predigtwettbewerb höchst fragwürdig, ja grotesk, er stehe im totalen Widerspruch zum Evangelium Jesu Christi.

Kirchenratspräsident Michel Müller entgegnete: «Sie fahren mit grobem theologischen Geschütz auf», und quasi beiseite: «Ich nehme Ihr Votum jetzt nicht als Prüfungspredigt.» Die Menschen wählten heute selber, wo sie den Gottesdienst besuchten. Von daher sei der Wettbewerb bei den Gottesdiensten und Predigten längst Realität. Müller habe im Übrigen selbst am Wettbewerb teilgenommen und keinen Preis gewonnen.

Auch im Islam ist Gott barmherzig

Der Synodale Huldrych Thomann wollte bei der Beratung des Jahresberichtes wissen, ob man bei der Gefängnisseelsorge mit Muslimen zusammenarbeitete. Die zuständige Kirchenrätin Irene Gysel war skeptisch: «Wir haben den barmherzigen und vergebenden Gott. Das ist bei den Muslimen ganz anders.» Die Synodale Jacqueline Sonego Mettner widersprach: «Auch der Islam kennt Barmherzigkeit. Der allererste Gottesname im Islam heisst <der Allbarmherzige>.» Gysel gab ihr zwar recht, beharrte aber auf den Differenzen bei den Gottesbildern.

Kredit bewilligt

Der Kredit für Ergänzungspfarrstellen, 29,9 Millionen Franken, wurde schliesslich schlank bewilligt. Gemäss Kirchenordnung kann der Kirchenrat neben den ordentlichen Pfarrstellen sogenannte Ergänzungspfarrstellen errichten. Mit den 29,9 Millionen werden nun die Ergänzungspfarrstellen für die Amtsperiode 2016 bis 2020 finanziert. Wegen des Mitgliederschwundes werden zugleich 13 Stellen gestrichen, je hälftig verteilt auf die ordentlichen und die Ergänzungspfarrstellen. Der Kirchenrat entscheidet vor den Sommerferien, welche Kirchgemeinden Ergänzungspfarrstellen erhalten werden.