Am ersten Sessionstag hat sich die Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn dem Expertenbericht «Ecoplan / Ad!vocate» zum Verhältnis von Kirche und Staat im Kanton Bern gewidmet, wie es in einer Mitteilung heisst. Sie nahm dazu im Rahmen ihres Vorberatungs- und Antragsrechts zuhanden des Grossen Rates Stellung. Dieser wird das Geschäft an seiner Septembersession beraten.
«Fehler, Lücken, Ungenauigkeiten»
Die neun Positionsbezüge der Synode wurden nach lebhafter Diskussion und Bereinigung in der Schlussabstimmung ohne Gegenstimme gutgeheissen. Das Kirchenparlament stellte einleitend fest, dass der Expertenbericht als Grundlage für die Weiterentwicklung des Verhältnisses von Kirche und Staat geeignet sei, auch wenn er gewisse «Fehler, Lücken und Ungenauigkeiten» aufweise.
Die Synodalen sind überzeugt, dass der christliche Glaube und dessen Werte für die grosse Mehrheit der Bevölkerung bedeutsam seien. Auch angesichts des auf historischen Gegebenheiten beruhenden Verhältnisses würde jedoch die rein «monetäre oder juristische» Optik für die Neugestaltung zu kurz greifen. Die Kirchen – das gehe auch aus dem Bericht hervor – würden bedeutend mehr leisten, als sie kosteten. Das für sie eingesetzte Geld komme der Allgemeinheit in grossem Masse wieder zugute.
Fortsetzung am zweiten Synodetag
Das Verhältnis sei deshalb in gegenseitiger Achtung auf der Basis der modernen Kultur- und Sozialstaatlichkeit weiterzuentwickeln. Ein besonderes Augenmerk legten die Synodalen auf die Beiträge der Kirchen zum Service public in Randregionen, zum Verständnis zwischen Stadt und Land sowie zum Zusammenhalt in der Gesellschaft. Diesen Aspekten trage der Expertenbericht zu wenig Rechnung.
Die Synode setzt die Diskussion zum Verhältnis Kirche und Staat am 27. Mai, dem zweiten Synodetag, fort.