Reformierte Basel-Stadt: Tief in den roten Zahlen

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt (ERK BS) hat auf ihrer Herbstversammlung am 23. November das Budget für 2017 genehmigt. Es weist einen Fehlbetrag von knapp 1,8 Millionen Franken auf.

Tagte wieder im imposanten Grossratssaal: Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. (Bild: Marianne Weymann)

Ein Ertrag von 24 Millionen bei einem Aufwand von 25,8 Millionen: «Dieses Budget ist ein unerfreuliches, aber ein erwartetes», so der verantwortliche Kirchenrat David Jenny. In der Finanzplanung war man für 2017 noch von einem Defizit von knapp 1,3 Millionen ausgegangen. Allerdings wurden im vorliegenden Budget 2017 Einnahmen von rund einer Million aus der Bau- und Vermögensverwaltung der Kirche nicht als Erträge verbucht. Deshalb falle das budgetierte Ergebnis um rund eine halbe Million besser aus als das in der Finanzplanung vorgesehene. Die Synodalen nahmen das Budget einstimmig an.

Bei der Finanzplanung 2018–2021 beantragte die Planungskommission, diese vorerst für die Jahre 2018 und 2019 zu genehmigen und die Planung für 2020 und 2021 nur zur Kenntnis zu nehmen. Begründung: Die weitere Entwicklung hinge wesentlich von der künftigen Mittelverteilung ab, über die das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. In diesem Zusammenhang hatte der Kirchenrat in seinen «Perspektiven 2025» vorgeschlagen, dass die künftige Mittelzuteilung weniger von der Mitgliederzahl als vom Gottesdienstbesuch und der Drittmitteleinwerbung bestimmt sein sollte. Dem hatten auf der Sommersynode 2016 24 Synodale mit dem sogenannten «Anzug Wenk» widersprochen. Dieser fordert eine «Verteilung unter den Gemeinden grundsätzlich im Verhältnis zu ihrer Mitgliederzahl». Aus Zeitgründen wurde der Anzug im Juni vertagt. Er wird wahrscheinlich auf der nächsten Synode zur Kirchentwicklung im Frühjahr 2017 weiter verhandelt. Die Synode nahm den Antrag der Planungskommission, nur die Planung für 2018 und 2019 zu genehmigen, grossmehrheitlich an.

Ab 2019: Kein Geld mehr für die Reformierten Medien

Ebenfalls im Rahmen der Finanzplanung beantragte die Synodale Katrin Kusmierz, auf die für 2019 geplante Streichung des Beitrags an die Reformierten Medien im Umfang von 40‘000 Franken zu verzichten. Die Reformierten Medien seien mit der Webseite ref.ch, dem Magazin «bref» sowie religiösen Sendung in Radio und Fernsehen ein «wesentlicher Pfeiler der öffentlichen Kommunikation der Deutschschweizer Kirchen» und trügen dazu bei, dass deren Stimme «in der Öffentlichkeit wahrgenommen» werde.

Laut Kirchenratspräsident Lukas Kundert basiert die Streichung und damit der Austritt aus dem Verein Reformierte Medien auf einem unangemessen hohen Beitrag, der nach dem Verteilschlüssel des SEK berechnet wird. Dort herrsche die «seltsame Meinung, dass wir eine superreiche Kirche sind». So müsse die ERK pro Mitglied 3,50 Franken an den SEK abtreten, währen es bei Bern-Jura-Solothurn nur 2,40 seien. Insgesamt zahle die Kirche 40‘000 Franken zu viel an den SEK. Den müsse sie jetzt bei den Reformierten Medien einsparen, weil sie nicht aus dem SEK austreten wolle. Die Synode lehnte den Antrag von Kusmierz mit 33 gegen 5 Stimmen bei 31 Enthaltungen ab.

Mitgliederbefragung und Taizé-Jugendtreffen

Bewilligt wurde von der Synode eine von der Kommission für Kirchenentwicklung beantragte Mitgliederbefragung (Kostenpunkt 79‘000 Franken), die eine «aktuelle Übersicht über den Stand in den Gemeinden» liefern soll. Die Kommission erhofft sich dadurch Auskünfte über die im Rahmen der Umstrukturierung benötigten Hilfeleistungen der Gemeinden und allgemein über die Bedeutung der Kirche für ihre «oft schweigenden» Mitglieder. Ebenfalls genehmigte die Synode die vom Kirchenrat für 2017 beantragten Schwerpunktmittel in Höhe von 200‘000 Franken. Damit soll unter anderem das zum Jahreswechsel 2017/2018 in Basel stattfindende internationale Taizé-Jugendtreffen unterstützt werden.

Neu in den Kirchenrat gewählt wurde Pfarrer Matthias Mittelbach, der den nach 13 Jahren zurücktretenden Richard Atwood ersetzt. Die Präsidentin der Wahlkommission Sabine Amman sagte dazu, dass ihr nicht bewusst gewesen sei, «dass es so schwierig ist, einen Kandidaten oder Kandidatinnen für den Kirchenrat zu finden». Die angefragten Gemeindepfarrpersonen hätten mit «wiederholten Begründungen» abgelehnt. Zum einen schätzten sie die Belastung durch die aktuelle Entwicklung als zu gross ein, um noch ein Amt zu übernehmen. Zum anderen trauten sie es sich nicht zu, bei der jetzigen Zusammensetzung des Kirchenrats eine «tragende Stimme für das Anliegen der Gemeinden zu sein».