Reformierte Aargau verabschieden Regeln zum Schutz vor sexuellen Übergriffen

Kirchliche Angestellte, die mit Kindern, Jugendlichen und Personen in Abhängigkeitsverhältnissen zu tun haben, müssen künftig obligatorische Schulungen besuchen. Dies beschloss die Reformierte Landeskirche Aargau an ihrer Synode. Für grosse Diskussion sorgte jedoch ein anderes Geschäft.


Die Reformierte Landeskirche Aargau will ihre Mitarbeitenden beim Thema Schutz vor Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen sensibilisieren. Deshalb werden in Zukunft obligatorische Schulungen für alle durchgeführt, die mit Kindern, Jugendlichen und Personen in Abhängigkeitsverhältnissen zu tun haben. Ausserdem müssen die Angestellten alle vier Jahre einen Sonderprivatauszug einreichen. Dies sei eine Konsequenz der 2014 vom Stimmvolk angenommenen Pädophileninitiative, wie es in einer Medienmitteilung der Landeskirche Aargau vom 6. Juni heisst.

Alle Angestellten und auch freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in diesem Tätigkeitsbereich sollen zudem durch einen Verhaltenskodex auf die Thematik aufmerksam gemacht werden und eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen. Laut Mitteilung wurde die neuen Bestimmung an der Synode diskussionslos und mit einer Gegenstimme genehmigt. 

Neues Reglement für Finanzhaushalt

Deutlich mehr zu reden gab eine Motion des Synodalen Hans-Peter Tschanz, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, und sechs Mitunterzeichnenden. Die Motion verlangt vom Kirchenrat, «der Synode ein Reglement für den Finanzhaushalt der Landeskirche vorzulegen.»

Zur Begründung wiesen die Motionäre darauf hin, dass «bisher nur für die Kirchgemeinden ein spezielles Reglement für den Finanzhaushalt existiert.» Mit einem Reglement solle Klarheit bei der Rechnungslegung und der Art der Darstellung eines Vorganges geschaffen und vor allem die Vergleichbarkeit der Rechnungszahlen innerhalb verschiedener Sparten und Jahre verbessert werden. Der finanzverantwortliche Kirchenrat Hans Rösch lehnte im Namen der Exekutive die Motion ab, vor allem weil es schon genug Bestimmungen an verschiedenen Orten in den Rechtstexten gebe und dank des harmonisierten Rechnungsmodells genügend Transparenz hergestellt werde. Nach einer kontroversen Diskussion wurde die Motion mit 54 zu 52 Stimmen überwiesen. 

Christoph Weber-Berg klar gewählt

Weniger kontrovers verlief die Wahl des Kirchratspräsidenten. Pfarrer Christoph Weber-Berg wurde für die Amtsperiode 2019 bis 2022 mit 132 von 138 Stimmen gewählt. Auch die vier bisherigen Kirchenratsmitglieder wurden mit jeweils weit über 90 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Neu im Kirchenrat sind Rolf Fäs aus Kölliken und Gerhard Bütschi-Hassler aus Rued. (bat)